Mettauertal
Die ersten Baumkapellen sind gepflanzt

Im Mettauertal entstehen neue Plätze zum Innehalten. Erste Baumkapellen wurden schon gepflanzt.

Hans Christof Wagner
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Christine Neff, Thomas Vetter, Oliver Kalt, Demian und Jutta Vögeli (v.l.).

Christine Neff, Thomas Vetter, Oliver Kalt, Demian und Jutta Vögeli (v.l.).

Hans Christof Wagner

Eine Jurapark-Baumkapelle besteht aus vier Bäumen, die in einem Quadrat angeordnet sind, im Abstand von vier bis fünf Metern. Ergänzt mit einer Sitzbank ergeben die in ein paar Jahren zusammenwachsenden Kronen einen Rastplatz für Spaziergänger und Wanderer. Idealerweise stehen Baumkapellen an Stellen, die Ausblicke in die Juralandschaft bieten und die an regionalen Wanderwegen liegen. Im Mettauertal-Ortsteil Wil ist das in beiden Fällen perfekt gelungen: Dort liegen die Baumkapellen am Fricktaler Höhenweg und am Flösserweg.

Am Fricktaler Höhenweg, auf dem Gelände von Bauer Demian Vögeli, fand sich am Samstagvormittag die Jurapark-Prominenz ein, um die Aktion öffentlich zu machen und die erste Baumkapelle im Park-Gelände anzulegen. Präsident Thomas Vetter und Geschäftsleiterin Christine Neff pflanzten gemeinsam mit Demian und Jutta Vögeli vier Lindenbäume an. Gemeinderat Oliver Kalt versprach, die neue Attraktion mit einer von der Gemeinde gestifteten Holzbank zu versehen.

Auch die beiden auf dem landwirtschaftlichen Betrieb von Stefan Zumsteg angelegten Baumkapellen auf der anderen Talseite werden mit einer entsprechenden Sitzgelegenheit aufgewertet. Zumsteg hat wie Vögeli vier Linden angepflanzt, aber auch Feldahorn in gleicher Anzahl. In ein paar Jahren sollen sie die gewünschte Grösse erreicht haben und im Kronenbereich optisch zu einem einzigen Baum zusammenwachsen. Laut Jurapark-Massnahmenkatalog soll es ein «gotisch anmutender Raum» werden. Und der Projektname Baumkapelle weckt ja auch bewusst kirchliche Bezüge.

Vetter und Neff betonten, wie der Jurapark Aargau auf Partner aus der Landwirtschaft angewiesen sei, um die Qualität der regionalen Kulturlandschaft zu erhalten und zu steigern. Vetter nannte die Bauern «Schlüsselakteure» im Parkareal.

Die an der Baumkapellen-Aktion teilnehmenden Bauern bekommen eine Einmalzahlung von 150 Franken pro Baum und für den Pflegeaufwand für den Zeitraum von acht Jahren jährlich 300 Franken überwiesen, erklärte Projektleiterin Petra Bachmann. Voraussetzung ist, dass sie heimische Laubholzarten verwenden, wie Linde, Eiche oder Ahorn. «Am beliebtesten ist die Linde, auch wegen ihres Dufts.» Sie muss es wissen: Denn die Baumkapellen-Aktion ist nicht allein aufs Mettauertal beschränkt. Die Pflanzaktion am Samstag in Wil bildete den Auftakt zur Anlage von mehr als 20 weiteren Anlagen im Parkgebiet. 18 Fricktaler Bauern machen dabei mit.