Gipf-Oberfrick
Die erste Schulleiterin von Gipf-Oberfrick nimmt jetzt erst mal Englisch-Kurse

Ursi Truttmann kehrt in ihre Innerschweizer Heimat zurück. Aber zuvor möchte sie ihr Englisch verbessern. Sie freut sich auf neue Herausforderungen, wird aber das Fricktal wegen seiner hohen Wohnqualität und der schönen Landschaft vermissen.

Peter Rombach
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Ursi Truttmann in ihrem Büro: In wenigen Tagen sind Kofferpacken und Abschiednehmen angesagt. ach

Ursi Truttmann in ihrem Büro: In wenigen Tagen sind Kofferpacken und Abschiednehmen angesagt. ach

Zehn Jahre wirkt Ursi Truttmann als Schulleiterin in Gipf-Oberfrick, doch kurz vor den bald beginnenden Sportferien möchte sie sich verabschieden, weil sie eine neue berufliche Herausforderung anstrebt und auch erhalten hat. Die Fünfzigjährige lässt keinen Zweifel daran, dass sie sich all die Jahre im Schulbetrieb wie im Dorf wohlfühlte. Jetzt ist die Zeit zum Wechsel gekommen, sie möchte wieder zurück in ihre Innerschweizer Heimat. «Ich werde Schulleiterin in Wolfenschiessen.»

Als damals in Gipf-Oberfrick die Entscheidung gefallen war, übernahm sie als erste Frau in der Region die neu installierte Schulleitung, ein 100-Prozent-Job bis heute. Dies bedeutet, dass die gelernte Primarschullehrerin nicht mehr unterrichtet, sondern sich voll und ganz aufs strategische Geschäft konzentrieren kann. «Eine günstige Konstellation.»

Dass sie ankam, führt sie in erster Linie neben der allgemeinen Qualifikation darauf zurück, «dass ich von aussen komme und die Aufgabe unbefangen übernehmen kann, zumal es keinen Freundes- oder Bekanntenkreis gibt», erinnert sich Ursi Truttmann.

Sie sei sich im Klaren gewesen, dass die neue Stelle «wichtige Impulse» fordert, sei es in der Personalführung oder in der Weiterbildung. «Mit 39 Lehrpersonen habe ich angefangen, heute sind es 55», skizziert die scheidende Schulleiterin eine positive Entwicklung an diesem Standort, der Kindergarten und Klassen bis zum neunten Schuljahr vereint.

Dass es in ihrer Amtszeit auch turbulente Zeiten gab, liegt auf der Hand. Die Bildung der regionalen Oberstufe mit Gipf-Oberfrick, Wittnau, Wölflinswil und Oberhof hält sie für positiv. Dass ein neues Schulhaus und die Dreifachturnhalle gebaut wurden, betrachtet Ursi Truttmann als bedeutende Verbesserung der Infrastruktur. Sie freut sich auch über die momentan laufende Sanierung der Mehrzweckhalle. «Beeindruckend, wie die Gemeinde in ihren Schulbetrieb investiert.»

Das ist keine Floskel, sondern feste Überzeugung. «Mit der Zusammenarbeit zwischen Behörden, Lehrpersonen, Eltern und Schülern bin ich absolut zufrieden.» Dass es nur eine «kleine Fluktuation» gibt, zeugt ihrer Ansicht nach von einem guten Betriebsklima an der Schule. Zweifellos Gründe dafür, dass es Ursi Trottmann so lange im oberen Fricktal ausgehalten hat. Trotz der mitunter leidenschaftlichen Diskussionen um die Schulreform im Aargau. Freiweg bekennt sie: «Persönlich hätte ich für das Bildungskleeblatt votiert.» Die neue Variante mit sechs Primarschul- und nur noch drei Oberstufenklassen nimmt sie nun hin.

In wenigen Tagen steht das Abschiednehmen bevor. «Ich hatte Glück, eine neue Stelle in der Innerschweiz zu bekommen.» Dass Veränderungen an der Spitze einer Schule nie schaden, davon ist Ursi Truttmann überzeugt. «Das hält alle wach und gibt neue Impulse.» Das Fricktal werde sie auch wegen seiner hohen Wohnqualität und schönen Landschaft vermissen.

Bis zum Beginn des neuen Schuljahres im Sommer gönnt sich Ursi Truttmann eine Auszeit, möchte etwas Distanz zum bisherigen Job schaffen. Und sie schmunzelt: «Ich reise in den englischsprachigen Raum, um mein Englisch zu verbessern.» Mehr verrät die erfolgreiche Schulleiterin nicht.