Frick
Die Doppelrolle der Fricktaler Squasherinnen bei der Heim-Premiere

Das NLA-Frauenteam des SC Fricktal organisiert zum ersten Mal ein internationales Squash-Profiturnier.

Fabio Baranzini
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Nadine Frey ist beim internationalen Profi-Squashturnier in Frick Mitorganisatorin, bestreitet aber selber auch die Qualifikation. Fabio Baranzini

Nadine Frey ist beim internationalen Profi-Squashturnier in Frick Mitorganisatorin, bestreitet aber selber auch die Qualifikation. Fabio Baranzini

Fabio Baranzini

Am Ursprung des internationalen Profiturniers für Frauen stand eine nicht ganz ernst gemeinte Aussage von Nadine Frey. Die 25-jährige NLA-Spielerin des SC Fricktal war Ende des letzten Jahres gemeinsam mit Interclub-Teamkollegin Nadia Pfister daran, die internationalen Einsätze für das Jahr 2017 zu planen.

Dabei stellten die beiden einmal mehr fest, dass es in der Schweiz und auch in den Nachbarländern für Frauen nur sehr wenig Profiturniere gibt. «Organisieren wir doch selber eines», scherzte Nadine Frey. «Warum nicht?», lautete die Antwort von Nadia Pfister. Die Idee des eigenen Profi-Squashturniers war geboren.

Grosser Aufwand

In den darauf folgenden Monaten wurde die Idee immer konkreter. Die ersten Abklärungen mit der PSA, dem internationalen Squashverband, wurden getroffen und mit Nathalie Plain und Jasmin Ballmann stieg auch der Rest der Fricktaler NLA-Equipe ins Organisationskomitee ein. Als dann im Frühling auch die ersten Sponsoren gewonnen werden konnten, war die Sache klar: Im Oktober findet in Frick die erste Ausgabe des «PwC Ladies Open», des internationalen Turniers für Profi-Squasherinnen statt – eines von nur zwei in der Schweiz.

Seither arbeiten die vier Frauen praktisch täglich daran, dass die Premiere nächste Woche ein voller Erfolg wird. «Es gibt schon einiges mehr zu tun, als wir am Anfang gedacht haben», gibt Nadine Frey zu. Das liegt jedoch auch daran, dass die vier Frauen ihr Turnier grösser aufziehen, als sie das gemäss den Vorschriften des Verbandes müssten. Für ein Turnier der untersten Profikategorie mit 5000 Franken Preisgeld müssen die Organisatoren zusätzlich zum Preisgeld nicht viel mehr bereitstellen, als regelkonforme Squashcourts und Schiedsrichter. «Wir wollten aber mehr als das. Unser Turnier soll ein richtig cooler Event werden, an dem die Spielerinnen gerne teilnehmen», so Nadine Frey.

Fokus auf der Organisation

Daher organisieren sie unter anderem private Unterkünfte für alle Spielerinnen, sorgen während des Turniers für die Verpflegung der Athletinnen und Zuschauer und stellen am Samstag ein Meet & Greet mit den Cracks auf die Beine, bei dem sich Interessierte auf dem Squashcourt mit den Profispielerinnen messen können.

Dieser zusätzliche Aufwand hat sich ausbezahlt. Das Teilnehmerfeld ist mit neun Spielerinnen aus den Top 100 für ein Turnier der untersten Profikategorie sehr gut besetzt. «Wir sind sehr zufrieden mit dem Niveau. Die Zuschauer werden bei uns sehr guten Squash-Sport zu sehen bekommen», freut sich Nadine Frey, die wie Jasmin Ballmann in der Qualifikation des Turniers antreten wird. Nadia Pfister darf als 116. der Weltrangliste sogar im Hauptfeld auflaufen.

Organisatorin und Spielerin gleichzeitig – funktioniert das? «Das wird sicher nicht einfach. Im Vorfeld liegt der Fokus ganz klar auf der Organisation, aber am Turnier selber möchte ich natürlich auch gut spielen. Entscheidend wird sein, dass es mir gelingt, vor dem Spiel abzuschalten und die Rolle als Organisatorin abzustreifen», so Frey. «Zum Glück haben wir genügend Helfer, die uns während des Turniers unterstützen, sodass uns dies eigentlich gelingen sollte.»

Und wer weiss, vielleicht gelingt es Nadine Frey und ihren Mitorganisatorinnen, am eigenen Turnier Punkte für die Weltrangliste zu sammeln.

Das «PwC Ladies Open» findet auf den Courts des SC Fricktal am Juraweg 23 in Frick statt. Am Mittwoch, 18. Oktober, wird die Qualifikation gespielt, von Donnerstag bis Sonntag findet das Hauptturnier statt. Unter der Woche wird jeweils ab 17 Uhr gespielt, am Wochenende ab 13 Uhr.