Laufenburg
Die diesjährige Fasnachtsplakette zeigt den Salm im Netz

Fasnachtsplaketten sind beliebte Sammlerobjekte – seit 1997 werden sie von Ehrenzunftbruder Peter Strittmatter kreiert. Dieses Jahr ziert ein Fisch die Laufenburger Plakette.

Hildegard Siebold
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Stehen für Kreativität und Vielfalt: Laufenburger Fasnachtsplaketten. Hildegard Siebold

Stehen für Kreativität und Vielfalt: Laufenburger Fasnachtsplaketten. Hildegard Siebold

Hildegard Siebold

Die Laufenburger Fasnacht zeichnet sich durch viele Besonderheiten aus. Eine davon ist die Plakette, die in der närrischen Jahreszeit von den Fasnächtlern voller Stolz getragen wird. Mehr noch: Ihre Vielfalt an Farben und Formen macht die Laufenburger Fasnachtsplakette zu einem begehrten Sammlerobjekt.

Einer, den das Sammelfieber längst gepackt hat, ist Claus Epting, Zunftmeister der Narro-Altfischerzunft 1386. «Rund 1200 Plaketten aus allen Jahrgängen» finden sich in seinem persönlichen Fundus von überallher. In einer grossen Sammlung in der Zunftstube im Haus Mariagrün spiegelt sich derweil in einer Wandvitrine hinter Glas die bunte Vielfalt der Laufenburger Sujets wider.

Seit 1997 entwirft Ehrenzunftbruder Peter Strittmatter die Plaketten, die als Eintrittskarte für den Umzug beider Laufenburg am Fasnachtssonntag gelten und deren Verkauf die Ausgaben für die Fasnacht decken soll. Jedes Jahr legt Strittmatter den Plaketten ein neues Motiv zugrunde. Die aktuelle zeigt den Salm im Netz und hat eine Auflage von 2900 Stück. Es gibt sie in drei Ausführungen in glasierter und unglasierter Version. Die Jahreszahlen integriert Strittmatter stets so geschickt, dass sie erst beim genauen Hinschauen erkennbar werden.

Die erste Laufenburger Plakette wurde um 1925 von Erwin Krumm aus Elzach entworfen und war aus Ton gefertigt. Sie stammt somit aus der Zeit der Wiedergründung der Narro-Altfischerzunft anno 1924. In den 30er Jahren bis Anfang 1950 wurden Blechplaketten gebräuchlich.

Die ersten hielten in einem Blechrahmen ein gesticktes Bild fest, später entstanden geprägte Blechplaketten, die oft das jeweilige Fasnachtsmotto zeigten, das vor allem den Umzug prägte. Entsprechend dem Motto kam es schon vor, dass eine Plakette eher traditionsfremde Motive aufwies, aber gerade diese Vielfalt machte sie für Sammler interessant.

1952 entstand die erste Keramikplakette, hergestellt nach einem Entwurf von Professor Hans Lifka in den Kera-Werken in Laufenburg/Schweiz. Der studierte Keramiker und Modelleur kam 1951 nach Laufenburg zur Kera. Dort entwickelte er viele seltene und sehr teure Glasurverfahren. Lifka entwarf die Laufenburger Fasnachtsplaketten bis 1990 und probierte manche seiner teuren Glasuren auch an ihnen aus.

Die erste Kera-Plakette stellt einen Zehnerrat dar, der 1949 als Gegenstück zum badischen Elferrat gegründet wurde. 1953 modellierte Lifka einen Narro. Den ersten Schellennarr entwarf Lifka 1954 als Eulenspiegel. Er schuf damit einen Plakettennarr, der sich in Laufenburg grosser Beliebtheit erfreute. Er verpasste seinem Narr die Schellenkappe, ähnlich der zweizipfligen Elferratsmütze, und steckte das Ganze in ein Narro-Gwändle.

Plakettenbörsen für Sammler

Hin und wieder gestaltete Lifka aber auch abstrakte Plaketten, oft angelehnt an das Fasnachtsmotto, und häufig taucht in seinen Motiven die verbindende Brücke auf, die die Stadt in der Fasnachtszeit vereint. Diese Vielfalt an Formen und Farben entfacht die Leidenschaft angefressener Plakettensammler. Deshalb gibt seit einigen Jahren immer wieder Plakettenbörsen, bei denen Sammler manches fehlende Stück für Bares erwerben oder tauschen können.