Möhlin
Die Colts von Gangster Dickie: Lehrer machen Hörspiel bühnenreif

Das Lehrertheater wagt sich mit «Dickie Dick Dickens» an ein Kult-Hörspiel. Das dessen Witz auch auf der Bühne funktioniert, zeigen die Pädagogen auch. Die ursprüngliche Serie war eine satirische Antwort auf die amerikanischen Gangsterfilme.

Ingrid Arndt
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Die Bande um Cooper (rechts) umgibt sich mit schönen Frauen – hat aber mit Amateur-Gangster Dickie Dick zu kämpfen.

Die Bande um Cooper (rechts) umgibt sich mit schönen Frauen – hat aber mit Amateur-Gangster Dickie Dick zu kämpfen.

Ingrid Arndt

Rauchende Colts, schwarzer Humor und groteske Satire verbunden mit nicht ganz ernst zu nehmender Dramatik sowie epischer Nostalgie. Das alles bringen die Akteure des Lehrertheaters Möhlin in diesem Jahr unter Regie von Stefan Libardi mit ihrer neuesten Produktion «Dickie Dick Dickens» nach der gleichnamigen Hörspielreihe von Rolf und Alexandra Berger auf die Bühne.

«Dickie Dick Dickens» im Lehrertheater Möhlin (neu: Club-Haus-Bata)

Premiere Samstag, 22. August.

Weitere Aufführungen: 26., 28., 29. August;

2., 4., 5., 9., 11., 12., 16., 18., 19. September jeweils 20.15 Uhr.

Zusätzliche Vorstellungen am 6. und 13. September, 17 Uhr.

Programm und Tickets unter: www.lehrertheater.ch.

Kult-Hörspiel aus den 60ern

«Eine Herausforderung für mich war es, die bis dahin nur als Hörspiele vorhandenen Stücke in eine Bühnenfassung umzuschreiben», sagt Schauspieler, Regisseur und Theaterpädagoge Libardi. Die Musikeinspielungen konnten zum Teil im Original erhalten werden.

Ebenso der Part der vier Erzählerinnen (Nadine Condor, Daria Frei, Stephanie Engimann, Christine Walser), die die unterschiedlichen Episoden miteinander verbinden. Zusätzlich übernehmen sie kleine Rollen in Männer- oder Frauenkleidung.

1959 erschienen im Rundfunk die äusserst beliebten, satirischen Sketche vom Kleinkriminellen Dickie Dick Dickens als augenzwinkernder Seitenhieb auf amerikanische Gangsterfilme und damals gängige Verbrecherklischees. Sie waren so erfolgreich, dass bis 1976 50 Folgen entstanden.

Unfreiwillig zum Gangster

Das Theaterstück geht auf die Anfänge von Dickie 1924 in Chicago zurück. Der junge Dickie (Benjamin Zingg) hält sich sowie Freundin Effie (Astrid Bieri) mit kleinen Taschendiebstählen und anderen krummen Geschäften über Wasser. Mehr will er gar nicht. Aber so einfach ist das nicht.

Die Polizei mit Kommissar Hillbilly (Oliver Metzger) ist ihm auf den Fersen, zusätzlich Gangsterboss Cooper (Hans Nassi) mit seiner bis dahin unangefochtenen Gang. Er setzt Tom auf Dickie an. Nicht eben zimperlich wehrt sich Dickie, Tom verabschiedet sich daraufhin aus diesem Leben.

Ungewollt beginnt damit Dickies bemerkenswerte Gangsterkarriere. Er wird gefürchtet und bewundert, sogar von Coopers Anhängern. Der alte Cooper, so finden die, schwächelt und habe nicht mehr den richtigen Biss.

In diesem Bandenkrieg läuft so manches haarscharf und beinahe aussichtslos an der Katastrophe vorbei, vor allem, wenn die Polizei mitmischt. Pfiffig, frech, gewitzt und mit der stets nötigen Menge an Einfallsreichtum meistert Dickie die brisantesten Situationen, übertölpelt Cooper und die Polizei. Gegen seinen Willen avanciert er zum angeblich gefährlichsten Verbrecher der Vereinigten Staaten.

Herrlich dabei die kurzen Kommentare der Polizei, die es recht charmant findet, wenn die rivalisierenden Banden im Kampf ein Stück ihrer Arbeit übernehmen oder wenn Gauner Harry (Daniel Zingg) zum Tod von Tom meint «selber schuld, wenn der zu blöd ist zum Klauen und dann auch noch an einem Mündungsfeuer vorbei rennt.»