Katrin Mettler bringt ein solides Fundament aus ihrer langjährigen Tätigkeit im Sanitätsdienst der Stützpunktfeuerwehr Frick für ihre künftige Funktion mit. Nach zwölf Dienstjahren wurde die 35-jährige Bäuerin zum Korporal und stellvertretenden Chef des elf Personen umfassenden Sanitätsdienstes befördert.

Das nötige Rüstzeug für die Führungsposition erhielt sie nun im kantonalen Fachkurs für Chefs des Sanitätsdienstes, der letztmals in Herznach stattfand. Symptomatisch waren im Kurs mehrheitlich Frauen auszumachen, die zudem über einige Jahre Praxis verfügen, vielmals zusätzlich im Samariterverein mitwirken oder sogar Pflegefachleute oder Betriebssanitäter sind.

Grosses Fachwissen

«Die Teilnehmer kennen ihr Metier. Da ist gutes Fachwissen vorhanden», sagte Instruktor Mike Nöthiger anerkennend nach seiner knapp einstündigen Lektion. Der stellvertretende kantonale Experte Chemiewehr zeigte anhand eines Übungsbeispiels die fünf Phasen zur Dekontamination und Rettung einer chemikalienverschmutzen Person auf.

Innerhalb einer Absperrzone liess er in Diskussion mit den 41 Kursteilnehmern zwei Feuerwehrleute schrittweise jede Sequenz im Rettungsablauf ausführen. Svenja Wüthrich von der einheimischen Feuerwehrsanität liess als Übungsobjekt mit bewundernswerter stoischer Ruhe einige nicht gerade zimperliche Prozeduren über sich ergehen. Ihre Kleidung wurde aufgeschnitten und entfernt, wonach eine gründliche und erfrischende Dusche ab Strahlrohr folgte. Dann wurde sie mit Indikatoren nach verbliebenen Säurespuren kontrolliert. Dekontaminiert und eingehüllt in einer isolierenden Decke erfolgte die Übergabe aus der Kontaminationszone.

Routinemässiges Vorgehen gezeigt

In der nächsten Lektion hielt sie als eingeklemmtes Opfer in einem Autounfall her. Die Kursteilnehmer erhielten Einblick in den routinemässigen Ablauf der Bergung des Opfers und ins Zusammenspiel zwischen Ortsfeuerwehr, den Profis aus dem Rettungsdienst vom Kantonsspital Aarau und der Stützpunktfeuerwehr Frick, die unter der Einsatzleitung von Roger Weber stand. Währenddem die Profis das Unfallopfer medizinisch betreuten, wurde unter dem Kommando von Esther Herzog, Chef Rettung, das Auto aufgeschnitten und das Opfer koordiniert geborgen.

Engagiertes Mitwirken war von den Kursteilnehmern in den nächsten Lektionen gefordert. «Sie sollen den Sanitätsdienst führen können, das Jahresprogramm in der Ausbildung erstellen, Übungen und Lektionen vorbereiten», fasste Kurskommandant Matthias Müller von der Aargauischen Gebäudeversicherung die Kursziele zusammen, die von vier Instruktoren vermittelt wurden.

Monika Rubin agierte jahrelang als Koordinatorin vor Ort, aber es liess sich niemand für die Nachfolge finden. Deshalb wird der Kurs künftig in Kölliken durchgeführt.