Mettauertal

Die Charme-Offensive der ­Gemeinde hat sich ausbezahlt

Ein Sujet stand unter dem Titel "Rushour à la Mettauertal" und zeigte eine Kuhherde.

Ein Sujet stand unter dem Titel "Rushour à la Mettauertal" und zeigte eine Kuhherde.

Es war ein aussergewöhnlicher Weg, den der Gemeinderat der Fusionsgemeinde Mettauertal im Herbst 2015 vorschlug: Eine Werbekampagne sollte das Fricktaler Dorf bekannter machen und Neuzuzüger bringen – 150000 Franken sollten über vier Jahre verteilt in die Charme-Offensive gesteckt werden. Die Gemeindeversammlung stimmte zu und ein halbes Jahr später kurvten unter anderem im Raum Brugg Postautos umher, bedruckt mit den Mettauertaler Werbeslogans. «Rushhour à la Mettauertal» etwa, samt einem Bild von grasenden Kühen.

Die vier Jahre für die Werbekampagne sind inzwischen abgelaufen und das Budget auf­gebraucht. Ende vergangenes Jahr wurden an verschiedenen Bahnhöfen, darunter Baden und Brugg, noch einmal Plakate mit den Sujets aufgehängt. In diesen Tagen hätte sich nun eine Delegation der Gemeinde mit der damals gewählten Werbeagentur getroffen, um die Kampagne und deren Wirkung zu besprechen. Das Treffen fiel allerdings dem Coronavirus zum Opfer. Unabhängig davon zieht Gemeindepräsident Peter Weber ein positives Fazit. «Ich glaube, wir konnten einige unserer Ziele erreichen», sagt er. So habe das Dorf dank der Kampagne ein positives Image erhalten. Einerseits aufgrund der Sujets als ländlich, ruhig und idyllisch gelegenes Wohngebiet. Andererseits auch aufgrund der Kampagne selber als «modern, jugendlich und innovativ», wie Weber sagt. Ausserdem habe die Kampagne das «Wir-Gefühl» im Dorf gestärkt. «Wir haben Stärken aufgezeigt, die auch stolz gegen aussen verkauft werden können», so Weber.

Die Einwohnerzahl ist gestiegen

Weber ist bewusst, dass sich die genannten Argumente kaum festmachen lassen. «Den Erfolg mit absoluten Zahlen zu belegen, ist allerdings schwierig», erklärt er. Immerhin: Die Bevölkerungsentwicklung im Dorf seit dem Start der Kampagne spricht zumindest nicht gegen einen Erfolg. 2015 zählte Mettauertal 1924 Einwohner, aktuell sind es 2050 – also deutlich über 100 mehr. «Natürlich können wir das nicht allein auf die Kampagne zurückführen. Aber geschadet hat sie sicherlich nicht», sagt Weber. In der Sitzung mit der Werbeagentur – sie wird nachgeholt, sobald die Coronakrise es zulässt – soll denn auch ein allfälliges weiteres Vorgehen besprochen werden.

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Autor

Nadine Böni

Nadine Böni

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