Stein
Die Busverbindung zwischen Bad Säckingen und Stein scheitert am Nadelöhr Holzbrücke

Eine regelmässige Busverbindung von Stein nach Bad Säckingen ist nicht möglich, das Vorhaben scheiterte unter anderem an der Holzbrücke. Es gäbe Alternativen.

Felix Held
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Ein besonderes Erlebnis, die Passage der alten Holzbrücke von Stein nach Bad Säckingen. Einen Linienverkehr mit Bussen durch die Bad Säckinger Altstadt soll es aber nicht geben.

Ein besonderes Erlebnis, die Passage der alten Holzbrücke von Stein nach Bad Säckingen. Einen Linienverkehr mit Bussen durch die Bad Säckinger Altstadt soll es aber nicht geben.

Ingrid Arndt

Ein Bus, der die Bahnhöfe in Bad Säckingen und Stein verbindet, am besten im Halbstundentakt: Diese Idee hat das Landratsamt Waldshut ausführlich analysiert. Vertreter von Bad Säckingen und Stein waren angetan von den Plänen. Doch bei der jüngsten Sitzung der Hochrheinkommission wurden die Pläne nun zu den Akten gelegt. Allerdings werden in der Analyse andere Möglichkeiten aufgezeigt, wie die Städte besser vernetzt werden könnten.

Profitieren würden beide Seiten

An einer Verbesserung der Verbindungen des öffentlichen Nahverkehrs ist sowohl der Schweizer als auch der deutschen Seite gelegen. Das bestätigten auf Nachfrage sowohl Bad Säckingens Bürgermeister Alexander Guhl als auch der Gemeindeammann von Stein, Hansueli Bühler. Schliesslich sind die Verbindungen in beide Richtungen attraktiv. Nach Deutschland für die vielen Einkaufstouristen, in die Schweiz vor allem auch für die zahlreichen Pendler, die in den Betrieben in Stein oder weiter entfernt arbeiten.

Die Vorteile einer solchen Verbindung liegen auf der Hand. Doch eine Buslinie zwischen Bad Säckingen und Stein erwies sich bei der Planung als nur schwierig umsetzbar. Einer Route über die neue Rheinbrücke gibt die Analyse des Landratsamtes nur wenig Chancen. Als Nachteile nennt sie, dass die Strecke «langsam, umwegbehaftet, lang und stauanfällig in den Hauptverkehrszeiten» sei. Grundsätzlich für attraktiver hielten die Planer eine Verbindung über die Holzbrücke. Dafür gab es auch schon eine Testfahrt mit Vertretern der beiden Städte und des Landratsamtes.

Gassen und Brücke zu eng

«Eine grenzüberschreitende Busverbindung über die Holzbrücke ist besonders wegen des konfliktträchtigen Begegnungsverkehrs auf der Holzbrücke und den engen Gassen der Altstadt in Bad Säckingen kaum möglich», lautet aber das ernüchternde Fazit der Analyse. Im Endeffekt war es die Stadt Bad Säckingen, die solchen Plänen und auch einem ursprünglich geplanten Testbetrieb über mehrere Tage in der Sitzung der Hochrheinkommission eine endgültige Absage erteilt hat.
«Das wäre zu gefährlich gewesen», ist Bürgermeister Alexander Guhl nach den Erfahrungen des einmaligen Tests überzeugt. Dem stimmt auch Gemeindeammann Hansueli Bühler zu. «Ich kann diese Entscheidung gut nachvollziehen. Es hat sich gezeigt, dass eine solche Verbindung sehr schwierig würde», sagte er. Im Landratsamt hätte man sich dagegen einen Testbetrieb – eventuell mit einem Elektrobus – durchaus vorstellen können.
So hätte man testen können, ob es möglich gewesen wäre, die Menschen für den Bus zu sensibilisieren. «Mit einem zukunftsfähigen, ruhigen Elektrofahrzeug, geeigneter Linienführung und mit entsprechender Werbung und Hinweisen könnten negative Wirkungen gegebenenfalls eingegrenzt werden», heisst es in der Analyse. Doch daraus wird nun nichts.

Velos als mögliche Alternative

Um zumindest die beiden Bahnhöfe besser zu verbinden, schlägt die Analyse die Bereitstellung von kostengünstigen Leih-Velos an den Bahnhöfen vor. Ausserdem auch bei den Firmen. Auch die Einrichtung von günstigen oder kostenfreien Velo-Boxen wird vorgeschlagen. Da die beiden Bahnhöfe nur 2,3 Kilometer auseinander lägen und die Firmen in noch kürzerer Distanz liegen, sei dies eine Alternative.

Durch eine Parkraumbewirtschaftung – also Parkgebühren – solle zudem der Umstieg auf die öffentlichen Verkehrsmittel und das Velo gefördert werden. Die Analyse schlägt vor, mit den Einnahmen aus solchen Parkgebühren ein Jobticket für die Arbeitnehmer zu subventionieren, die auf den öffentlichen Verkehr umsteigen. Bei schlechtem Wetter sei das Velo indes keine wirkliche Alternative zum Auto, ist Hansueli Bühler überzeugt. Eine andere Möglichkeit, die bisher aber nur ein Gedankenspiel sei, sei ein Rufbus. Diese Idee findet auch Alexander Guhl nicht schlecht.
«Es müsste ein kleineres Fahrzeug zur Verfügung stehen, das bei Bedarf relativ kostengünstig angefordert werden kann», skizziert Bühler einen solchen Rufbus. Über die Holzbrücke würde dieses Fahrzeug aber nicht fahren. «Dieses Thema ist meiner Meinung nach vom Tisch, ohne da aber etwas vorwegnehmen zu wollen», so Hansueli Bühler.

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