Laufenburg
Die Buchsbaumzünsler nehmen das Fricktal ein

Alarm im Fricktal nach grossem Befall durch den Buchsbaum-Schädling. In den letzten Tagen sind die Raupen massenhaft aufgetaucht und haben die Buchsbäume eingenommen. Und: Sie haben kaum natürliche Feinde.

Walter Christen
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Eine von Raupen des Buchsbaumzünslers stark befallene Pflanze in einem Privatgarten in der Region Laufenburg.

Eine von Raupen des Buchsbaumzünslers stark befallene Pflanze in einem Privatgarten in der Region Laufenburg.

Susanne Hörth

Einen traurigen Anblick bieten die von der Raupe des Buchsbaumzünslers abgefressenen Pflanzen: «Es handelt sich um einen ausserordentlich starken Schädlingsbefall, sodass man von einer Invasion sprechen kann», meldete diese Woche Rudolf Lüscher, Stadtammann von Laufenburg, dem «Sonntag». Erheblich betroffen sind sowohl das Gemeindegebiet von Laufenburg als auch weitere benachbarte Gemeinden in der Umgebung und dem Rhein entlang.

Denn die ersten Meldungen über einen neuartigen Schädlingsbefall an Buchsbäumen kamen in Europa im Jahr 2007 aus der Gegend von Basel. Bei dem Schädlingsfund handelte es sich um Raupen eines Kleinschmetterlings, der aus dem asiatischen Raum (China, Japan und Korea) stammt. Der hierzulande als Buchsbaumzünsler bezeichnete Schädling hat sich inzwischen weiter verbreitet und wütet gegenwärtig vor allem im Fricktal sehr stark.

Pribatbesitzer warnen

Die Raupen seien in den letzten Tagen auf einmal massenhaft an den Buchsbäumen aufgetaucht und hätten kaum natürliche Feinde, so Rudolf Lüscher. «Im öffentlichen Raum sieht die Stadt, dass sie der Plage Herr wird. Aber mir geht es vor allem darum, dass private Besitzer solcher Pflanzen gewarnt werden. Inzwischen ist der Buchsbaumzünsler in unserer Bevölkerung ein grosses Thema. Wenn man einen Fachmann beizieht, falls man an seinen Pflanzen einen Raupen-Befall feststellt, handelt man ganz sicher richtig.»

Dies bestätigt Edith Leuenberger von der Laufenburger Gärtnerei Leuenberger AG. «In den letzten Tagen haben sich sehr viele Kunden bei uns gemeldet, die um Rat gefragt haben. Wer die Raupen frühzeitig entdeckt, kann sie von den Pflanzen abschütteln, sie von Hand einsammeln oder einsaugen. Ein handelsübliches Insektizid nützt nichts.

Es muss ein spezielles Spritzmittel angewendet werden. Wichtig ist es, die Buchsbäume nicht nur von aussen anzuspritzen, sondern sie auseinander zu biegen und richtig hineinzuspritzen. Denn die Raupen halten sich im Innern auf. Die Spritzung muss nach drei Wochen wiederholt werden.» Es soll zudem darauf geachtet werden, die Raupen und die befallenen Pflanzen in den Kehricht zu werfen und sie keinesfalls mit Grüngut zu entsorgen.

Zünsler kann dem Baum den Tod bringen

Die Frassschäden des Zünslers können Buchsbäume zum Absterben bringen. Im ersten Befallsstadium sind zwar kaum Schäden zu erkennen, da die Raupen durch die typisch dichte Verzweigung der Pflanze gut geschützt mit ihrem Frass beginnen. Erst wenn sie die Peripherie der Pflanzen erreichen, fallen die Frassschäden auf – dann ist der Buchs kaum mehr zu retten.

Durch die starke Ausbreitung des Buchsbaumzünslers seien aber nicht nur die unzähligen Buchsbäume in Privatgärten, sondern auch solche in allgemein zugänglichen Anlagen, auf Friedhöfen und in anderen öffentlichen Bereichen in Gefahr, warnt Edith Leuenberger.

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