Laufenburg
Die Brauchtümmer erzählen auch immer ein wenig Zunftgeschichte

Am Hochrhein-Narrentreffen laden verschiedene Zünfte zu Brauchtumsvorführungen ein. Die Zuschauer können sich bereits heute auf ein farbenfrohes Spektakel der besonderen Art freuen.

Susanne Hörth
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Die Furtwänger Hexen springen durch die lodernden Flammen.zvg

Die Furtwänger Hexen springen durch die lodernden Flammen.zvg

Grenzenloses närrisches Vergnügen herrscht am Samstag und Sonntag, 26. Und 27. Januar, in Laufenburg. Die beiden Städte beidseits des Rheins gehören an diesen Tagen ganz und gar den Fasnächtlern. Ausrichter des grossen, grenzüberschreitenden Hochrhein-Narrentreffens 2013 ist die Narro-Alt-Fischerzunft 1386. 56 Zünfte und Musikvereine werden am Umzug vom 27. Januar teilnehmen und ein hoffentlich grosses Publikum begeistern. An die 3000 Maskenträger werden erwartet.

Die faszinierende Vielfalt der Zünfte kommt nicht nur bei den Masken und Kleidern zum Ausdruck. Zu jeder Zunft gehören auch eine Geschichte und Brauchtumsüberlieferungen. Etwas von diesen Geschichten sehen und erleben, das machen einige der teilnehmenden Zünfte bereits am Vorabend des sonntäglichen Umzuges möglich. Sie laden zu Brauchtumsvorführungen ein.

Ein Narrenbaum in Laufenburg

Den eigentlichen Start macht die Holzhauergilde aus Radolfszell. Erstmals seit langem wird in Laufenburg wieder ein Narrenbaum gestellt. Verantwortlich sind die Radolfszeller Zunftmitglieder, welche die Gewänder von mittelalterlichen Holzknechten tragen. Der Narrenbaum wird am Samstagnachmittag von rund 40 Kindern vom deutschen Rathaus auf Schweizer Seite gezogen und beim Burgmattplatz von der Holzhauergilde aufgerichtet.

Am Abend finden nach einer Narrenmesse in der Pfarrkirche St. Johann beim Marktplatz auf Schweizer Seite sowie beim deutschen Rathaus die weiteren Brauchtumsvorführungen statt.

Nirgends tönt die Tschättermusig so schaurig-schön und laut wie in den Altstadtgassen Laufenburgs. Mit allerlei lärmigen «Instrumenten» startet der Gastgeber, die Narro-Alt-Fischerzunft 1386 Laufenburg, die Brauchtumspräsentationen. Anschliessend laden sie zum kleinen Narrolaufen ein. Beim diesem verteilen die Zunftmitglieder Würste, Weggen und Orangen an die Zuschauer.

«Rölli, Rölli, Suppenchnölli» so lautet der neckische Ruf der Schweizer Röllizunft Siebnen. In Laufenburg laden die Zunftmitglieder zum Zuschauen ihres Tanzes ein.

Ein besonderer Brauch wird in Konstanz am Bodensee gepflegt. Mit dem Laternentanz verspottet die Blätzlebuebe-Zunft ein im Jahre 1388 erlassenes Gebot der Stadt Konstanz. Da hiess es, nach Einbruch der Dunkelheit dürfe sich ein jeder sich nur mit einem Licht in der Öffentlichkeit zeigen. Schottisch heisst es bei den Hanseles der Narrenzunft Gürnwinklen Geisingen. Selbstverständlich gehört zur Brauchtumsdemonstration auch der Hanseltanz. Das Laufenburger Publikum darf gespannt sein.

Mehrere und Mindere Stadt

Diese vier erst genannten Brauchtümer werden ab 19.45 Uhr auf dem Marktplatz in der Mehreren Stadt (Schweiz) gezeigt. Anschliessend geht es in der Minderen Stadt (Deutschland) beim Rathausplatz weiter. Nicht mehr wegzudenken aus dem Schömberger Fasnachtsgeschehen ist die Polonaise. Angeführt wird der bunte Reigen von zwei Husaren, welche mit ihren Holzgewehren Respektspersonen verkörpern.

Ein fasnächtlicher Verein und doch keine reine Narrenzunft ist der «Kübelesmarkt Bad Cannstatt». Auch ausserhalb der fünften närrischen Jahreszeit begeistern die Vereinsmitglieder mit ihren Brauchtumsdarbietungen viele Leute. Fasnacht durch und durch heisst es am 26. und 27. Januar aber auf jeden Fall für die Bad Cannstätter in Laufenburg. Hier laden sie zum Felbentanz ein. Wahrhaft heiss zu und her geht es beim Brauchtum «Hexenfeuer und -verbrennung». Die Zünftler der Hexengilde aus Furtwangen springen durch lodernde Flammen. Ein Spektakel der besonderen Art.