Über 100 Jahre alt ist die Blutbuche im Park des Alterszentrums Rinau Park in Kaiseraugst. Und sie soll noch einige Jahre älter werden. Der Baum nämlich steht, ebenso wie die alten Eiben im Park, im Zentrum des Neubauprojekts für das Alterszentrum. Seit rund drei Jahren laufen die Vorbereitungen und Planungen für die Erweiterung. In den vergangenen Monaten nun hat die Stiftung Rinau Park einen Architekturwettbewerb für ein Neubauprojekt durchgeführt und am Freitagnachmittag der Öffentlichkeit das Siegerprojekt präsentiert: Es heisst – in Anlehnung an die alte Blutbuche – «Purpurea» und besteht aus insgesamt drei Gebäuden.

Die Neubauten entstehen auf den beiden Parzellen 903 und 306 mit einer Fläche von insgesamt gut 9800 Quadratmetern. Am südlichen Rand der beiden Parzellen, in Richtung Rohrweg, soll ein U-förmiger, dreigeschossiger Bau für das Alterszentrum entstehen. In seiner Mitte: die Blutbuche. Im nördlichen Teil der Parzellen, am Lindenweg, sind anstelle des bestehenden Gebäudes zwei viergeschossige Bauten für die Alterswohnungen vorgesehen. Dazwischen soll so viel Park wie möglich bestehen bleiben. «Das war ein wichtiges Kriterium bei der Auswahl des Projekts», sagt Hans Moritz, Präsident des Stiftungsrats Rinau Park.

Kapazität wird erhöht

38 Bewerbungen von Architekturbüros waren für den Wettbewerb eingegangen. Zehn Teilnehmerteams wurden zum Wettbewerb zugelassen. Das Siegerprojekt stammt vom Basler Architekturbüro Stump und Schibli. Es habe die Wettbewerbsjury, bestehend aus Stiftungsrat sowie Fachexperten, «in allen wesentlichen Aspekten überzeugt», so Moritz. «Der Entscheid für das Projekt fiel einstimmig.»

Mit dem Neubau wird einerseits die Kapazität des Alterszentrums von heute 40 auf 60 Pflegebetten vergrössert. Zudem entstehen drei Ferienzimmer sowie Zimmer für Tagesgäste. Andererseits wird auch das Angebot des Alterszentrums mit den insgesamt 30 bis 35 Alterswohnungen erweitert. «Die Mieter haben die Möglichkeit, sämtliche Dienstleistungen des Rinau Parks zu nutzen», sagt Heimleiterin Raphaela Bootz. Dazu gehören etwa ein 24-Stunden-Notruf, das Aktivierungsangebot, die Reinigung sowie eine Inhouse-Spitex. Alterszentrum und Wohngebäude sind unterirdisch miteinander verbunden und teilen sich eine Tiefgarage. «Ziel ist es, den Mietern grosse Sicherheit und gleichzeitig Freiräume zu bieten», so Bootz.

Raum für Begegnungen

Das zeigt sich unter anderem bei der Erschliessung der Gebäude: Der Eingang zum Alterszentrum befindet sich am Rohrweg, jene für die Alterswohnungen am Lindenweg. «Somit ist die Anbindung zum Dorfkern wie auch der autonome Charakter der Alterswohnungen gewährleistet», sagt Hans Moritz.

«Mit dieser Überbauung soll ein Begegnungszentrum für Pflegeheim, Alterswohnungen und die Gemeinde geschaffen werden», sagt Moritz weiter. So sind etwa im Alterszentrum neben Gemeinschaftsräumen auch eine öffentliche Cafeteria und ein Restaurant geplant. Ebenso entstehen Räumlichkeiten für öffentliche Anlässe, etwa Seminare, Konzerte oder Lesungen. «Wir möchten die Philosophie der Begegnung weiterhin leben», sagt Bootz. «Wir möchten auch für die Gemeinde einen Mehrwert schaffen», sagt Moritz.

Vorprojekt bis Ende Jahr

Der Zeitplan des Stiftungsrats sieht nun vor, dass das Vorprojekt bis Ende Jahr ausgearbeitet ist und eine Baueingabe gemacht werden kann. Die Realisierung der Neubauten wäre dann in den Jahren 2020 bis 2023 möglich. Zuerst würde das neue Alterszentrum gebaut und dann gezügelt, erklärte Moritz. Danach soll in einer zweiten Etappe das alte Gebäude abgerissen und an dessen Stelle die beiden Häuser für die Alterswohnungen gebaut werden. «So ist ein lückenloser und uneingeschränkter Betrieb möglich», erklärt Moritz.

Derzeit geht der Stiftungsrat von einem Investitionsvolumen von zwischen 40 und 50 Millionen Franken aus. «Die detaillierten Zahlen werden im Rahmen des Vorprojekts definiert.»