Wittnau
Die Bevölkerung hat das letzte Wort: Entsteht auf dem Limperg ein Waldfriedhof?

Mit der Idee für einen Waldfriedhof gelangt der Wittnauer Gemeinderat an die Bevölkerung. Am 26. September wird informiert, am 28. November befindet die Gemeindeversammlung über die Vorlage.

Walter Christen
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Eine Satellitenaufnahme vom Limperg in Wittnau mit Parzelle Nr. 976 (rot umrandet), die als Standort des Waldfriedhofs infrage käme; unten Gebäude und Platz der Golf Driving Range.az

Eine Satellitenaufnahme vom Limperg in Wittnau mit Parzelle Nr. 976 (rot umrandet), die als Standort des Waldfriedhofs infrage käme; unten Gebäude und Platz der Golf Driving Range.az

Von einigen Waldfriedhöfen in der Region machte sich der Gemeinderat Wittnau ein Bild, denn die Art und Weise der Bestattung auf einem Waldfriedhof kommt immer mehr auf und stellt eine Alternative zu den herkömmlichen Friedhofbegräbnissen dar.

Als Standort für den Waldfriedhof in Wittnau ist die Waldparzelle Nr. 976 mit der Ortsbezeichnung Nün Jurte vorgesehen, die durch den Forstdienst naturnah gepflegt wird. Das Land (5000 Quadratmeter) würde die Besitzerin der Gemeinde verkaufen, wie die Aargauer Zeitung in Erfahrung bringen konnte. Die Parzelle befindet sich im Wald hinter der Golf Driving Range auf dem Limperg, nahe der Grenze zum benachbarten Kanton Baselland.

Der Gemeinderat möchte die Bevölkerung von Wittnau in die Entscheidungsfindung über die Errichtung eines Waldfriedhofs einbeziehen. Aus diesem Grund findet am Samstag, 21. September, eine Begehung der betreffenden Waldparzelle statt. Treffpunkt ist um 10 Uhr auf dem Parkplatz Limperg.

Die Behörde will sehen, wie die Bevölkerung zum Vorhaben steht. «Es ist wichtig, dass es zu diesem Vorhaben eine Diskussion in der Bevölkerung gibt, denn an der Gemeindeversammlung vom Donnerstag, 28. November, sollen das Projekt und der Kredit für die Errichtung des Waldfriedhofs zur Beschlussfassung unterbreitet werden», hielt Gemeindeschreiberin Christine Gottermann auf Anfrage fest.

Das Bestattungs- und Friedhofreglement der Gemeinde Wittnau muss angepasst werden, wenn es einen Waldfriedhof gibt. Noch bis zum 26. September nimmt der Gemeinderat Änderungsvorschläge des in der Gemeindeverwaltung aufliegenden Reglementsentwurfs entgegen.

Grabplätze für 25 Jahre

Aus den Bestimmungen für den Waldfriedhof geht hervor, dass die definierten Bäume markiert und registriert werden. Die Asche des Verstorbenen (ohne Urne) wird beim vereinbarten Baum beigesetzt, wobei die Grabstelle durch die Gemeinde vorbereitet wird. Jeder Grabplatz bleibt ab dem Zeitpunkt der Bestattung während 25 Jahren bestehen. Die Gestaltung der Beisetzung ist den Angehörigen überlassen und kann mit oder ohne religiösen Beistand erfolgen.

Die natürliche Waldumgebung ist sowohl Grab als auch Grabmal; es sind keine Inschriften oder Grabtafeln erlaubt. Das Schmücken einer Grabstelle ist zum Zeitpunkt der Bestattung erlaubt. Aber nach 3 Monaten sind alle äusseren Zeichen durch die Angehörigen zu entfernen.

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