Kirche

Die Bestattungskultur befindet sich im Wandel – auch im Fricktal

Die klassischen Gräber benötigen mehr Pflege als jene, in denen Urnen beigesetzt sind. ach

Die klassischen Gräber benötigen mehr Pflege als jene, in denen Urnen beigesetzt sind. ach

In der stark katholisch geprägten Region gab es einst bis zu 80 Prozent Erdbestattungen. Heute ist die katholische Kirche mit der Kremation einverstanden – und es gibt immer mehr Urnengräber.

Der zu Ende gehende November gilt allgemein als Trauermonat, Gräber erhalten neuen Schmuck, das Gedenken an die Verstorbenen ist auch in der Fricktaler Bevölkerung stark verankert. In den vergangenen Jahren trat allerdings ein Wandel in der Bestattungskultur ein. Dies bestätigen auch Heidi und Ricco Biaggi, die in Gipf-Oberfrick seit Oktober 1989 einen Bestattungsdienst führen und schwerpunktmässig für den Bezirk Laufenburg zuständig sind.

«Waren es einst in der stark katholisch geprägten Region bis zu 80 Prozent Erdbestattungen, vollzog sich allmählich ein Wandel, weil die katholische Kirche sich mit Kremationen einverstanden erklärte.» Zeitweise kam es vor, dass nach einer Erdbestattung später doch schon eine Urne ins Grab gestellt wurde», weiss Ricco Biaggi.

Zahl der Urnengräber nimmt zu

Heutzutage nimmt die Zahl der Urnengräber ständig zu, was ein Besuch auf dem Friedhof von Frick verdeutlicht. Manche wünschen ein Gemeinschaftsgrab oder bevorzugen gar eine anonyme Beisetzung. Dadurch lässt sich teuere Grabpflege vermeiden. Hinzu kommt, dass die Friedwald-Bewegung eine weitere Alternative bietet, da die Urne mit dem Verstorbenen am Fusse eines Baumes der Erde übergeben wird.

Einen speziellen und im Fricktal einmaligen Service bietet die Gemeinde Olsberg mit ihrem Chlosterwald, wo die Asche von Verstorbenen ins Wurzelwerk von einem selbst ausgesuchten Baum gelangt; somit gilt die natürliche Umgebung des Waldes gleichzeitig als Grab und Grabmal. Eine Inschrift oder Grabtafel ist nicht erlaubt. Die ausgewählten und von der Gemeindekanzlei registrierten Bäume bleiben während 50 Jahren garantiert stehen.

Bestattung im Rhein ist erlaubt

Der Bestattungsdienst Biaggi erinnert daran, dass jede Gemeinde ihr eigenes Bestattungsreglement kennt. Beispiel Frick: Für die Bestattung von Personen mit letztem zivilrechtlichem Wohnsitz am Ort stellt die Einwohnergemeinde den Grabplatz unentgeltlich zur Verfügung. Sie übernimmt ausserdem die Kosten des Grabaushubs, das mit dem Namen beschriftete, einheitliche Holzkreuz, den Aufwand des Gemeindepersonals bei der Bestattung und beim anschliessenden Einfüllen und Herrichten des Grabes sowie die Kremation. An die Kosten des Sarges oder der Kremation leistet die Einwohnergemeinde einen pauschalen Beitrag von 1000 Franken.

Dass Angehörige die Urne mit der Asche des Verstorbenen zu Hause aufstellen oder in den eigenen Garten setzen, kommt eher selten vor, Bestattungen im Rhein sind ebenfalls erlaubt; ganz im Gegensatz zur südbadischen Nachbarschaft, wo eine gesetzliche «Friedhofspflicht» gilt. Spezielle Grabplätze für Muslime gibt es laut Biaggi im Fricktal bislang nicht.

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