Die Einwohnerinnen und Einwohner der BEEH-Gemeinden – Bözen, Effingen, Elfingen und Hornussen – haben entschieden: Am besten gefällt ihnen für die allfällige Fusionsgemeinde Wappenvorschlag 2 (487 Stimmen). Also das farbige Traubensujet. Dieses zeigt über drei Hügeln eine Traube, begleitet von vier Sternen. Die Traube weist auf den Rebbau hin, der den BEEH-Gemeinden gemeinsam ist. Der Dreiberg symbolisiert das von Hügeln umgebene Tal, und die vier Sterne symbolisieren die vier Gemeinden. Als Namen dazu wünscht sich eine Mehrheit (359 Stimmen) «Oberes Fricktal». Ebenfalls zur Auswahl standen: Rebthal, Unterberg und Böztal.

2190 Umfragebögen wurden Mitte August allen Einwohnerinnen und Einwohnern mit Jahrgang 2002 oder älter verteilt. «Mit 760 Antworttalons war der Rücklauf ansehnlich», heisst es in einer Medienmitteilung von gestern. Die zuständige Arbeitsgruppe habe auch die weiteren eingegangenen Namensvorschläge geprüft, diese jedoch nicht als geeigneter als den Favoriten aus der Umfrage bewertet.

Auch sonst hatten die Arbeitsgruppen, die sich kürzlich zur siebten und letzten Sitzung trafen, einiges zu tun. Sie bereinigten den Entwurf zum Projektbericht, der in einem nächsten Schritt durch den Mitbericht der Gemeinderäte ergänzt wird. An einem öffentlichen Informationsanlass vom 17. Januar 2019 wird die Bevölkerung in Effingen umfassend über die aus dem Prozess gewonnenen Erkenntnisse orientiert.

Neben der Berichtsbereinigung erhielten die am BEEH-Projekt mitwirkenden Arbeitsgruppen beim letzten Workshop die Aufgabe, Chancen, Risiken und ein Fazit zu den Zusammenschlussabklärungen aus der Optik ihres Schwerpunktthemas zu formulieren. «Die Arbeitsgruppen ‹Behörden/Verwaltung, Gemeindeordnung› sowie ‹Raumordnung/Bau- und Nutzungsordnung (BNO)› erachten einen Zusammenschluss als sinnvoll», heisst es. Denn in ihren Bereichen seien durch die Bündelung der Kräfte markante Kosteneinsparungen möglich.

Finanzen genauer prüfen

Im Berichtsentwurf erwähnt Projektberater Jean-Claude Kleiner bei einem Gemeindezusammenschluss ein Spar- und Synergiepotenzial von rund 0,5 Millionen Franken. Die Arbeitsgruppe «Finanzen, Liegenschaften» will diese Summe in einem zusätzlichen Treffen verifizieren. Arbeitsgruppenleiter Giovanni Carau: «Wenn die Zahlen für uns nachvollziehbar sind, bejahen wir den Zusammenschluss.» Die Arbeitsgruppe «Energie, Wasser/Abwasser, Werkhof» beurteilt eine Fusion ebenfalls eher als Chance.

Diskussionsthema sind vor allem die Themen Ortsbürgergemeinden und Wald. Die bestehenden Ortsbürgergemeinden sollen im Fall eines Zusammenschlusses in einer neuen, gemeinsamen Ortsbürgergemeinde organisiert werden. Den ehemaligen Ortsbürgern von Hornussen soll eine einfache Wiederaufnahme ermöglicht werden. Mit dem Zusammenschluss solle die Existenz der Ortsbürgergemeinden langfristig gesichert werden, heisst es weiter. «Damit der Wald letztlich einheitlich den Ortsbürgern gehört, ist angedacht, bei einem allfälligen BEEH-Zusammenschluss der Einwohnergemeinde Hornussen zu beantragen, ihren Wald in die neue Ortsbürgergemeinde zurückzuführen.»

Andere Faktoren für Schule

Unter die Lupe genommen wurde auch die Schule. Die Erkenntnis: Die Zukunft des Schulwesens hängt vielmehr von der Entwicklung der Schülerzahlen und der kantonalen Vorgaben ab als von einer Vereinigung der BEEH-Gemeinden.

Gegenüber einer Fusion eher positiv gestimmt ist auch die Arbeitsgruppe «Jugend/Alter, Gesundheit/Spitex». Arbeitsgruppenleiterin Susanne Trefzer legte aber gleichwohl den Finger auf die «Bauchweh-Themen»: «Es gibt verständliche Ängste in Bezug auf eine Zentralisierung von Anlässen und Diensten oder den Verlust von Identität. Diese Ängste müssen wir im Blick behalten.» Hier knüpfte Robert Schmid, Vorsitzender BEEH-Projektausschuss und Gemeindeammann Bözen, mit seinem Schlussvotum an: «Unter uns Projektmitarbeitenden ist eine deutliche Euphorie zugunsten eines Zusammenschlusses spürbar. Es gibt jedoch, mit grossem Respekt die Bedenken der Bevölkerung ernstzunehmen.»

Um den Austausch und die Begegnung ungezwungen zu fördern, laden die Gemeinderäte von Bözen, Effingen, Elfingen und Hornussen die ganze Bevölkerung zum «Adventsapéro» ein am Samstag, 1. Dezember, ab 17.30 Uhr, beim grossen Buswendeplatz in Elfingen.