Zeihen
Die Bank wird kleiner – die Gemeinde nutzt die freien Räume

Die Raiffeisenbank schliesst in Zeihen ihren Schalter, behält aber ein Büro als Beraterbank. Die frei werdenden Räume sollen künftig von der Gemeindekanzlei genutzt werden.

Karin Pfister
Merken
Drucken
Teilen
Die Gemeindekanzlei möchte sich ab April 2016 in den Räumlichkeiten der heutigen Raiffeisenbank einmieten.

Die Gemeindekanzlei möchte sich ab April 2016 in den Räumlichkeiten der heutigen Raiffeisenbank einmieten.

Karin Pfister

Die Schalter der Zeiher Raiffeisenbank werden Ende dieses Jahres geschlossen, wie Marc Jäger, Vorsitzender der Bankleitung der Raiffeisenbank Frick Regio an einer Informationsveranstaltung in der Zeiher Unterkirche bekannt gab. Einerseits hätten die Transaktionen am Schalter in den vergangenen Jahren stetig abgenommen – zurzeit gäbe es rund 30 pro Tag –, andererseits würden die Beratungen immer komplizierter werden. «Wir eröffnen darum am 4. Januar 2016 in Zeihen eine Beraterbank.»

Untergebracht wird dieses Büro mit separatem Eingang im ersten Stock, gleich oberhalb der momentanen Geschäftsstelle der Bank. «Dies ist das erste Büro dieser Art im oberen Fricktal. Wer eine Beratung braucht, kann einen Termin mit dem gewünschten Berater vereinbaren», so Marc Jäger.

Das Personal der Geschäftsstelle Zeihen werde nicht entlassen, sondern an andern Standorten eingesetzt. Marc Jäger: «Die Geschäftsstellenleiterin Ursula Pfister wird künftig in Herznach arbeiten und auf Wunsch nach Zeihen kommen.»

Bancomat bleibt im Dorf

Neu biete die Bank auch einen Heimlieferdienst für Auszahlungen an. Der Bancomat bleibt. «Für Personen, welche mit der Technik noch nicht vertraut sind, bieten wir Mitte März zwei Kurse an», so Jäger weiter. Themen dort: «Wie bezieht man Geld am Bancomaten?», «Vorteile von E-Banking», «Was ist der Raiffeisen Zahlungsauftrag?».

Marc Jäger betonte ausserdem, dass man nicht vorhabe, den Standort Zeihen ganz zu schliessen. Wer trotzdem noch Hilfe am Bancomaten braucht, kann sich künftig auch an das Personal der Gemeindekanzlei werden. «Dies ist mit der Gemeinde vereinbart worden», so Jäger.

Die frei werdenden Räumlichkeiten der Raiffeisenbank sollen künftig von der Kanzlei genutzt werden. Sowohl Gemeindehaus wie auch Kindergarten in Zeihen stammen aus den 70er- Jahren und haben das Ende ihrer Lebensdauer erreicht (die az berichtete). «Wir wissen nicht, wo die Gemeinde in 40 Jahren steht und ob wir bis dann überhaupt noch eine eigene Verwaltung haben», sagte Gemeindeammann Thomas Dinkel. Aufgrund dieser unsicheren Perspektive sei der Bau eines neuen Gemeindehauses zu teuer; Räumlichkeiten zu mieten sei günstiger und sorge für mehr Flexibilität.

Ein Einwohner erkundigte sich danach, was passiere, wenn der Mietvertrag nicht zustande käme. Darauf Thomas Dinkel: «Wir sind in Verhandlungen mit Peter Ursprung, dem Eigentümer des Gebäudes und ich bin sehr zuversichtlich, dass wir zu einer guten Einigung kommen.» Ein weiterer Anwesender gratulierte der Gemeinde zu diesem, seiner Meinung nach guten, Entscheid und wurde dafür mit Applaus aus dem Publikum bedacht. Das alte Gemeindehaus wird wahrscheinlich abgerissen, erfuhr die Versammlung am Donnerstagabend. Auf diesem Areal ist ein neuer Kindergarten geplant (siehe Box).

Vorschlag für das Dorfmuseum

Gemeindeammann Thomas Dinkel informierte an der mit rund 100 Personen gut besuchten Informationsveranstaltung ausserdem darüber, dass der heutige Kindergarten auf dem Land der Kirchgemeinde stehe und man noch nicht genau wisse, wie das Areal nachher gestaltet werde. Einen Vorschlag aus der Versammlung, das Dorfmuseum, welches sich momentan im Untergeschoss des Gemeindehauses befindet, doch im «alten» Kindergarten unterzubringen, konnte er nicht kommentieren. «Wir sind immer noch im Gespräch mit der Kulturkommission, wie es mit dem Dorfmuseum weitergehen soll.»