Stein
Die Bahnratte hat 10 000 Tonnen Rüben verladen

Die Ernte von rund 50 Fricktaler Pflanzern konnte innerhalb von 9 Werktagen mit Spezialzügen in die Fabrik nach Frauenfeld transportiert werden. Insgesamt etwa 10‘000 Tonnen Zuckerrüben.

Walter Christen
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Fricktaler Zuckerrüben werden auf dei Bahn verladen
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Rüben in die Auffangmulde der Bahnratte gefüllt
Anlieferung einer Wagenladung Zuckerrüben an der Verladestelle beim Bahnhof Stein-Säckingen
Georg Grolimund, der Rangierlokführer des Zuckerrübenzuges am Bahnhof Stein-Säckingen
Der Förderarm der Bahnratte befüllt einen Waggon mit Zuckerrüben
Die Bahnwagen sind mit Bergen von Zuckerrüben beladen

Fricktaler Zuckerrüben werden auf dei Bahn verladen

Walter Christen

Reger Betrieb herrschte dieser Tage am Bahnhof Stein, wo etwa 10 000 Tonnen Zuckerrüben von rund 50 Pflanzern aus dem Fricktal auf Bahnwagen verladen und in die Zuckerfabrik Frauenfeld gebracht wurden. Gestern Donnerstag belud die Bahnratte die letzten Waggons mit Rüben.

Spezialmaschine mit Fördersystem

Bahnratte ist die Bezeichnung jener Spezialmaschine, welche die von den Bauern mit Traktoren und Anhängern angelieferten Zuckerrüben an der Verladestelle aufnimmt und sie mit ihrem Fördersystem direkt in die bereitstehenden Bahnwagen abfüllt. Jeder Waggon kann mit etwa 50 Tonnen Rüben beladen werden. Ein Rübenzug besteht in der Regel aus 20 oder noch mehr Eisenbahnwagen, was pro Verladetag die Menge von 1000 bis 1200 Tonnen Zuckerrüben ergibt, die in der Zuckerfabrik Frauenfeld verarbeitet werden.

Mit der Bahnratte ist ein speditiver Verlad der Rüben gewährleistet. Für den reibungslosen Ablauf am Umschlagplatz beim Bahnhof in Stein war Werner Hasler-Pfister aus Hellikon verantwortlich. Er äusserte sich zufrieden über den diesjährigen Rübenverlad, der nun abgeschlossen werden konnte.

«Während insgesamt 9 Werktagen sind die Zuckerrüben verladen worden. Das geht mit der Bahnratte natürlich viel speditiver, als noch mit der alten Einrichtung, die hier am Bahnhof Stein zur Verfügung stand und inzwischen abgebrochen wurde», führte er aus. Und wie die Rüben von den Feldern geholt werden, erklärte er so: «Eine ähnliche Maschine, wie die Bahnratte kommt bei den Bauern zum Einsatz. Es handelt sich um die Feldmaus, welche die Anhänger belädt. Das geht schnell, sodass die Rüben unverzüglich zum Bahnhof Stein transportiert und dort umgeschlagen werden können.»

Genossenschaft Rübenumschlag

Die meisten Fricktaler Zuckerrübenpflanzer nehmen die Dienste der Genossenschaft Rübenumschlag Aargau mit Geschäftsstelle in Wildegg in Anspruch. Eine Organisation, gegründet im Jahr 2001, die nach der Privatisierung der Zuckerrübenfabrik Frauenfeld entstand. Denn nach dem Rückzug des Bundes aus dem Zuckerrübengeschäft waren neue Verrechnungsmodelle für einen rationellen Bahntransport gefragt. Denn ein direkter Umschlag mit Lastwagen oder eigenen Zugmaschinen auf der Strasse bis nach Frauenfeld war für die Aargauer Rübenpflanzer kein Thema. Inzwischen sind Rübenumschlag Aargau über 200 Zuckerrübenpflanzer angeschlossen.

Die Vorteile sind die konzentrierte Rübenabfuhr im Raum Aargau und in angrenzenden Gebieten der Kantone Luzern, Zürich und Baselland, wo an jeder Verladestation bis 1300 Tonnen Tagesleistung möglich sind. Die Ernte- und Transportfahrzeuge Feldmaus und Bahnratte können rationell eingesetzt werden, sodass sich die Arbeiten auf Werktage ohne Nachtschichten beschränken lässt.

Wie im Gespräch mit Geschäftsstellenleiter Thomas Voegeli zu erfahren war, erhält jeder Rübenpflanzer eine Zuckerquote, nach der er dann selber verantwortlich ist für die zu liefernde Menge Zuckerrüben. «Dieses Jahr rechnen wir wieder mit einer durchschnittlichen Ernte. Das heisst, mit einer Ausbeute von rund 16 Prozent der Rüben, was dem langjährigen Mittel entspricht. In der aktuellen Kampagne können die Vertragsmengen also gut eingehalten werden.» Als Anhaltspunkt eine Vergleichszahl von der letztjährigen Ernte: 10‘062 Tonnen Zuckerrüben wurden in 224 Bahnwagen von Stein nach Frauenfeld transportiert.

Kampagne dauert bis etwa Mitte Dezember

Der Geschäftsstellenleiter von Rübenumschlag Aargau geht davon aus, dass die diesjährige Kampagne bis etwa Mitte Dezember abgeschlossen und bis dann die ganze Ernte in der Zuckerfabrik abgeliefert sein wird.

Wie eine Ernteerhebung der beiden Fabriken ergab, verlief der Ertragszuwachs in den Rübenfeldern in den letzten Wochen in gewohntem Rahmen. Das heisst, aus den 20 Probefeldern, die sich in der Westschweiz befinden, liess sich ein Ertrag von 91,8 Tonnen pro Hektare errechnen, in der Ostschweiz ein solcher von 95,5 Tonnen. In Frauenfeld konnte bereits am 17. und in Aarberg am 25. September mit der Verarbeitung der angelieferten Zuckerrüben begonnen werden.