Möhlin
Die Auszonung kommt vors Volk: «Unser primäres Ziel haben wir erreicht»

Der Möhliner Gemeinderat nimmt an der Gmeind einen Antrag zur «Leigrube» entgegen – stoppt allerdings die Diskussion dazu

Nadine Böni
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Fredy Böni, Gemeindeammann

Fredy Böni, Gemeindeammann

ZVG

Manch einer der 446 anwesenden Stimmberechtigten dürfte am Donnerstagabend mal flüchtig in Richtung Uhr an der Wand der Fuchsrain-Turnhalle geschielt und sich eine Frage gestellt haben: Wie lange geht das noch? Kaum ein Traktandum ging ohne Wortmeldung durch. Und dann, als sich die Anwesenden auf die wohl hitzigste Diskussion des Abends – jene um das Gebiet Leigrube – einstellten, war die Versammlung plötzlich vorbei.

Doch der Reihe nach. Kurz vor 22 Uhr erreichte die Versammlung das Traktandum «Verschiedenes». Das Traktandum, für das wohl viele zur Versammlung gekommen waren. Bereits seit Monaten teilt das Thema Leigrube das Dorf in zwei Lager. Auf der einen Seite der Gemeinderat, der das Areal an einen Investor verkaufen möchte. Auf der anderen Seite die Gegner einer Überbauung des Gebiets, formiert in den drei Gruppierungen «IG Leigrube», «ProKulturland» und «Zukunft Möhlin».

Unter «Verschiedenem» nun hatten sie einen Antrag angekündigt. Darin verlangen die Gegner vom Gemeinderat, an der Wintergemeindeversammlung eine Auszonung des Gebiets zu traktandieren.

Nach zwei Voten ist Schluss

Als Erster ergriff mit Roman Ackeret ein Vertreter der «IG Leigrube» das Wort. «Die Spielregeln haben sich geändert», sagte er und sprach damit die Pläne für eine Überbauung an. Die Leigrube wurde 2011 zwar als Wohnzone W1 definiert, aufgrund des neuen Raumplanungsgesetzes aber sieht sich der Gemeinderat gezwungen, einen Gestaltungsplan mit verdichteter Bauweise auszuarbeiten. «Dafür haben wir 2011 nicht gestimmt», so Ackeret.

Ein Votum, dem sich Hans Delz von «ProKulturland» anschloss. «Die damaligen Versprechen wurden nicht eingehalten», sagte Delz und sprach von einer «Verbetonierung» des Kulturlands. «Unabhängig von allfälligen Besänftigungsversuchen seitens des Gemeinderats wollen wir jetzt darüber abstimmen», so Delz.

Ein Wunsch, der ihm nur in Teilen gewährt wurde. Nach den zwei Voten nämlich brach Gemeindeammann Fredy Böni die Diskussion abrupt ab. «Wir nehmen den Antrag ohne Abstimmung entgegen», so Böni. Ziel sei es, bis zur Wintergemeinde das gesetzliche Verfahren einer Auszonung sowie die rechtlichen und baurechtlichen Konsequenzen abzuklären. «So schaffen wir eine Entscheidungsgrundlage», sagte Böni. An der Versammlung werde dann der Antrag traktandiert, die Auszonung einzuleiten.

Gemeinderat überrascht Gegner

«Eine Diskussion hätte zum jetzigen Zeitpunkt schlicht nichts gebracht», sagte Böni nach der Versammlung. Die Gegner zeigten sich vom gemeinderätlichen Schachzug überrascht. Nach der Versammlung standen sie mehrere Minuten in einer Gruppe zusammen. «Wir werden nun eine Strategie für das weitere Vorgehen ausarbeiten», sagte Roman Ackeret. Es gehe darum, ebenfalls Abklärungen zu einem Auszonungsverfahren zu treffen. Ackeret zog ein positives Fazit: «Unser primäres Ziel haben wir erreicht.»

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