Fricktal

Die Arbeit zum Wohl der Landwirte geht weiter: Die «Landi Frila» feiert ihr 125-jähriges Bestehen

Seit 1999 für die «Landi Frila» tätig: Geschäftsführer Thomas Tschanz.

Seit 1999 für die «Landi Frila» tätig: Geschäftsführer Thomas Tschanz.

Die Genossenschaft «Landi Frila» will für 1,1 Millionen Franken den «Topshop» in Rheinfelden auffrischen. Wie bei der Gründung vor 125 Jahren geht es ihr um das Wohl der Bauern.

Die Existenznot vieler Fricktaler Bauern war gross, als im 19. Jahrhundert günstig produziertes Getreide aus dem Ausland den heimischen Agrarmarkt überschwemmte. 41 Bauern gründeten die «Landwirtschaftliche Genossenschaft Möhlin», um ihr wirtschaftliches Überleben zu sichern.

Das, was damals als Selbsthilfeunternehmen bedrängter Bauern begann, ist mittlerweile die «Landi Frila», eine Genossenschaft mit 80 Angestellten, über 500 Mitgliedern und einem Jahresumsatz von rund 55 Millionen Franken. Heute Abend, an der Generalversammlung, zelebriert sie ihr 125-jähriges Bestehen.

«Der Gedanke, dafür zu sorgen, dass es den Landwirten gut geht, gilt heute unverändert», so Geschäftsführer Thomas Tschanz. Dazu zählt es auch, landwirtschaftliche Hilfsstoffe günstig anzubieten, dabei jedoch als wirtschaftlicher Akteur zumindest kostendeckend zu bleiben.

Tschanz kann nicht verhehlen, dass dies in Anbetracht der schwierigen Markt- und Absatzbedingungen für landwirtschaftliche Erzeugnisse nicht ganz einfach ist: «Im letzten Jahr haben die Produzenten nur zurückhaltend Futtermittel eingekauft. Ähnliches gilt für Pflanzenschutzmittel.»

Um zwei Prozent steigern konnte die Genossenschaft im Geschäftsjahr 2017 den Umsatz mit ihren drei «Topshops». Nachdem der Tankstellenshop in Möhlin bereits modernisiert wurde, sollen nun 1,1 Millionen Franken in die Auffrischung des Tankstellenshops in Rheinfelden-Ost fliessen.

«Geplant sind beispielsweise ein neuer Boden, neue Shopblenden, eine Erweiterung der Kaffee-Ecke und eine Erweiterung des Convenience-Sortiments. Dies, um den gesteigerten Ansprüchen der Kunden gerecht zu werden», so Tschanz.

Raclette-Öfen gehen gut

Dem Trend zur Digitalisierung sei man im Oktober letzten Jahres nachgekommen. Seitdem können Kunden die Produkte aus dem Landi-Sortiment im Online-Shop bestellen. Ein Verkaufsschlager war saisonbedingt der Raclette-Ofen.

Langfristig sieht Tschanz eine grosse Herausforderung im Energiebereich. «Aufgrund der E-Mobilität wird der Absatz unserer Tankstellen nach und nach zurückgehen.» Bereist zum Jahresbeginn wurde die Tankstelle an der Quellenstrasse» in Rheinfelden und die Tankstelle in Schupfart aufgrund mangelnder Rentabilität aufgegeben. Insgesamt war der Absatz mit 12,6 Millionen Litern im letzten Jahr leicht rückläufig.

Eine Chance, die sich in diesem Bereich jedoch auftut, ist der wachsende Markt für erneuerbare Energien. «Der Absatz von Holz-Pellets hat sich bei uns gut entwickelt», so Tschanz.

Ebenso vertreibt die «Landi Frila» seit einiger Zeit Photovoltaikanlagen. Die erste wurde im letzten Jahr auf dem «Topshop» in Möhlin installiert, zwei weitere Anlagen in Möhlin und Wallbach fertiggestellt. «Gerade landwirtschaftliche Betriebe verfügen über grosse Dach- und Freiflächen, die für Photovoltaikanlagen gut geeignet sind», so Tschanz.

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1