Roland Jufer, 71, fühlt sich machtlos. Zwei seiner 60 Schafe sind in den Flurgebieten «Maiacher» und «Hasematt» ausserhalb des Mettauertaler Ortsteils Oberhofen den Bissen eines Tieres zum Opfer gefallen. Die Kantonspolizei geht davon aus, dass ein und derselbe Hund die beiden Schafe gerissen hat. Dies, «weil die zeitliche und örtliche Nähe darauf schliessen» lasse, schreibt die Kantonspolizei in einer Mitteilung. Jufer habe es wehgetan, als er das erste Tier so zugerichtet auf der Weide liegen sah. «Die anderen Schafe waren ganz verängstigt», sagt er. Nach dem Vorfall habe der örtliche Jagdaufseher vermehrt Kontrollgänge gemacht und Jufer mehrmals täglich seine Herde aufgesucht – jedoch ohne etwas Auffälliges zu bemerken.

Als sich dann der tragische Vorfall nur drei Tage später auf einer 800 Meter entfernten Weide wiederholte, fügte sich bei Jufer ein Gefühl der Wut hinzu. «Wie kann es sein, dass sich der Hundehalter nach so einem tragischen Vorfall nicht gleich meldet», fragt er. Und selbst wenn es sich bei dem Hund um einen Streuner handelte, hätte jemand sehen müssen, dass das Fell des Hundes mit Blut beschmiert ist, sagt er. «Mittlerweile haben sich die Vorfälle ja herumgesprochen.»

Hund reisst gleich zwei Schafe

Bei so einem Ereignis blutet das Herz jedes Tierliebhabers. Innerhalb von wenigen Tagen tötet ein Hund in Oberhofen zwei Schafe.

Schafe sind nun in Sicherheit

Nach den zwei Vorfällen bei Oberhofen hat Jufer seine Herde getrennt. Die Schafe weiden nun bei Mönthal und Gansingen. «Dort sind sie vor einem dritten Angriff sicher», sagt Jufer, der sich wünscht, dass der Hund, der seine Schafe gerissen hat, bald ausfindig gemacht wird, damit keine weiteren Tiere zu Schaden kommen. «Wenn man den Hund erwischt, muss er eingeschläfert oder zumindest weggesperrt werden», so Jufer. Dass sich der Hundehalter jedoch stellt, hält er für unwahrscheinlich. «Wenn, dann hätte er dies bereits nach dem ersten Vorfall getan», sagt er.

Bei der Ermittlung des unbekannten Hundes und seines Halters ist die Kantonspolizei auf die Beobachtungen von Zeugen angewiesen. «Im Zentrum der Ermittlung steht die Widerhandlung gegen das Tierschutzgesetz», sagt Kapo-Mediensprecher Bernhard Graser. Eine Chance auf sachdienliche Hinweise sieht er darin, dass es sich bei Oberhofen um ein kleines Dorf handelt und sich daher die Einwohner gut untereinander kennen. «Vielleicht weiss eine Person, wessen Hund für solch eine Tat infrage kommt.»

Für Graser haben die zwei Taten neben einer rechtlichen auch eine moralische Komponente. «Die Tiere mussten leiden. Es ist verwerflich, wenn sich jemand nicht meldet, der die Tat beobachtet hat.» Auch, um weitere Überfälle auf Tiere zu vermeiden, sei es der Kantonspolizei ein Anliegen, diesen Fall aufzuklären.