«Die Ausstellung macht mir irrsinnig viel Freude», berichtete Hannes Burger, Präsident des Museumsvereins beider Laufenburg, an der Vernissage. Das Museum Schiff habe schon viele ausgezeichnete Ausstellungen gezeigt, aber die aktuelle Schau bilde für ihn einen Höhepunkt, hielt Burger fest. Er hoffe, dass die Römer-Ausstellung recht viele Leute ansprechen wird. Die Chancen, dass sein Wunsch erfüllt wird, stehen nicht schlecht. Denn die Ausstellung enthält reichlich interessante, nie zuvor gesehene Fundstücke von Grabungen in Laufenburg. Die Vitrinen sind übersichtlich sortiert, enthalten Nachbauten von Häusern und Siedlungen und an den Wänden befinden sich Pläne, Fotografien sowie Erläuterungen. Hinzu kommt die Rekonstruktion einer Grabungsstelle und einer mehrfarbigen Wandmalerei – alles in allem eine Ausstellung, die mit viel Herzblut eingerichtet wurde. Ihren Reiz machen zudem die zum Teil recht gut erhaltenen Fundstücke aus, die eigentlich von der Kantonsarchäologie Aargau in Brugg aufbewahrt werden.

«Es ist nicht selbstverständlich, dass wir sie erhalten haben», bemerkte Hannes Burger. Fakt ist: Die Kantonsarchäologie hat die Ausstellung stark unterstützt. Regine Fellmann Brogli, Co-Leitung Sammlung und Fundverwaltung, sowie Fabio Tortoli, Mitarbeiter der Kantonsarchäologie Solothurn, trugen mit ihrem wissenschaftlichen Know-How zum Gelingen der Ausstellung bei. Dass diese überhaupt zustande kam, hatte massgeblich mit Tortoli zu tun: Seine kürzlich an der Universität Basel abgelieferte Masterarbeit befasste sich mit der Ausgrabung im Laufenburger Schimelrych und ging der Frage nach einem Warenumschlagplatz bei den Stromschnellen nach. Peter Schwarz, Uni Basel, beurteilte die Masterarbeit als «sensationell».

Grosses Engagement

Ohne den Museumsverein wäre davon jedoch nicht viel zu erfahren gewesen. Denn: «Die römische Siedlung in Laufenburg hatte wenig Beachtung, obwohl sie an einer bedeutenden Stelle errichtet worden ist», erklärte Fabio Tortoli. Der Leiter der Aargauer Kantonsarchäologie, Georg Matter, stellte klar, wie wichtig es sei, wenn lokale Gruppen wie der Museumsverein die Anliegen der Archäologen aufgreifen und mittragen. «Die Kantonsarchäologie hat nicht die Ressourcen, das klappt nur mit den örtlichen Gruppen», betonte Matter. Die Ausstellung in Laufenburg sei ein «Glücksfall und eine Bestätigung, dass unsere Arbeit von der Bevölkerung mitgetragen wird», so Matter. Fabio Tortoli erklärte, dass die römische Siedlung in Laufenburg sehr vielseitig war. «Die Ausstellung könnte den Bekanntheitsgrad von Laufenburg anheben», sagte er.

Neben Tortoli, Fellmann Brogli und Schwarz halfen Christian Maise, Jürgen Trumm und David Wälchli in der wissenschaftlichen Beratung mit. Den Spezialisten stand die Ausstellungsgruppe des Museumsvereins mit Hannes Burger, Ariane Dannacher, Irmtraud Lang und Alois Schmelzer zur Seite. Die Redaktion der umfangreichen Broschüre «Die Römer in Laufenburg - Unterirdisches aufgedeckt» hatten Ariane Dannacher und Martin Blümcke.

Ausstellung Museum Schiff

Die Ausstellung wird von mehreren Veranstaltungen begleitet. Als Nächstes findet am 8. Juni eine öffentliche Führung durch die Ausstellung statt, am 22. Juni eine Führung über den Gutshof im Sitt in Laufenburg/Baden. Ausstellung im Museum Schiff: «Die Römer in Laufenburg» bis 1. November 2014. Öffnungszeiten: Mittwoch 14 bis 16 Uhr, Samstag und Sonntag 14 bis 17 Uhr. Internet: www.museum-schiff.ch