Laufenburg
Die alte Burgruine ist viel mehr als nur ein Stück altes Gemäuer

Wie wohl niemand sonst kennt Christoph Reding, stellvertretender Leiter derAargauer Kantonsarchäologie, die Burgruine in Laufenburg. Am Samstag liess er rund 40 Interessierte an seinem Wissen teilhaben.

Hans Christof Wagner (Text/Fotos)
Drucken
Teilen
Die alte Burgruine ist viel mehr als nur ein altes Gemäuer
8 Bilder
Nach der Führung genossen die Teilnehmer im Schatten die Einladung der Ortsbürgergemeinde
Und noch ein Blick vom Hauptturm auf Laufenburg
Sichtbarstes Überbleibsel der Burgruine Laufenburg ist der Hauptturm
Seit einigen Jahren steht der Hauptturm auch Besuchern offen
Eine Infotafel mit Erklärungen zum Bauwerk und seiner Geschichte
Christoph Reding führte etwa 40 Interessierte über den Schlossberg
Blick vom Hauptturm auf Laufenburg

Die alte Burgruine ist viel mehr als nur ein altes Gemäuer

AZ

Christoph Reding führte auf Einladung der Ortsbürgergemeinde über den Schlossberg. Rudolf Lüscher, Stadtammann und Präsident der Ortsbürgerkommission, erinnerte in seiner Begrüssung an die Sanierungsarbeiten an dem historischen Gemäuer in den Jahren 2006 bis 2009, die unter Redings Federführung stattgefunden hätten. Die Ortsbürgergemeinde sei stolz, die Liegenschaft Burgruine zu besitzen.

Reding teilte mit, dass während dieser Arbeiten Fachleute die Burg erstmals umfassend unter die Lupe genommen hätten. Um 1207 sei sie vermutlich auf Resten einer spätrömischen Befestigung erbaut worden. Der Archäologe machte dies anhand von Mauerresten im Hauptturm deutlich. Dennoch ist in der Geschichte des Burgareals bis heute vieles im Dunkeln geblieben, nahmen die Zuhörer aus der Führung mit. Die älteste bildliche Darstellung stammt aus dem Jahr 1640. Im 15. und 16. Jahrhundert müsse die Burg massiv zu einer Festung ausgebaut worden sein, berichtete Reding, finanziert mit Geld aus dem Verkauf von Eisenerz. Ausgrabungen von Mauerfundamenten, in denen Ziegelsteine enthalten sind, lassen dem Experten nach auf Arbeiten in der frühen Neuzeit schliessen. Archäologisch steckten aber noch viele Geheimnisse im Boden, gab sich Reding überzeugt. Auch gebe es in österreichischen Archiven noch zahlreiche die Burg betreffende historische Dokumente, die es auszuwerten gelte.

Redings Ausführungen zufolge begann der Bedeutungsverlust von Burg und Stadt nach dem Dreissigjährigen Krieg. Und der kantonale Archäologe wagte die These, dass Laufenburg bis zum heutigen Tag noch unter den Folgen dieser langen kriegerischen Auseinandersetzung im 17. Jahrhundert leide.

Fakt ist: Anfang des 19. Jahrhunderts war die Burg schon eine Ruine. Die Zeichnung des berühmten englischen Malers William Turner von 1802 zeigt sie so. Aber dieser Ruine, Reding führte es aus, nahm sich die Stadt schon sehr früh an - zur touristischen Vermarktung. 1884 gab es schon erste Sanierungsarbeiten. Es war die Zeit, in der die Reste mittelalterlicher Bauwerke als pittoresk und romantisch galten. Und das tun sie bis heute. So lud die Ortsbürgergemeinde die Teilnehmer nach der Führung zur Feuerstelle auf der Schlossbergwiese ein, wo es kühle Getränke, Wurst und Brot sowie Gespräche über das zuvor Gehörte gab.

Aktuelle Nachrichten