Crossiety
Dialog mit der Bevölkerung: Der Mettauertaler Dorfplatz wird digital

Mettauertal macht bei Crossiety mit. Das dient dem Austausch mit den Einwohnerinnen und Einwohnern. Ausserdem zieht der Gemeindepräsident eine positive Werbebilanz.

Thomas Wehrli
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Das ländliche Mettauertal bekommt einen digitalen Dorfplatz..

Das ländliche Mettauertal bekommt einen digitalen Dorfplatz..

Mario Heller

Das Mettauertal bekommt einen digitalen Dorfplatz: Mitte Oktober steigt die Gemeinde bei der Kommunikationsplattform Crossiety ein. Ziel ist zum einen, den Austausch unter den Einwohnern zu erhöhen. «Die Plattform bringt die Menschen aus unserer Gemeinde zusammen», sagt Peter Weber, Gemeindepräsident von Mettauertal.

Vereine und Gruppen erhielten so ein unkompliziertes und gutes Instrument, um sich auszutauschen. «Wer beispielsweise Helfer sucht, oder wer am Tag drauf wandern gehen will und eine Begleitung sucht, kann dies über die Plattform tun», nennt Weber ein Beispiel.

Die Plattform spreche alle Altersschichten an, auch die Jungen, ist Weber überzeugt. Und hier liegt ihr zweiter Vorteil: «Wir kommen als Gemeinde besser in Kontakt mit unseren Einwohnern.» Gerade Covid-19 hat Weber gezeigt, wie wichtig der Dialog mit der Bevölkerung für die Gemeinde ist. «Wir mussten in den letzten Monaten alle Anlässe absagen», so Weber. Darunter auch das Bürgerforum. «Der Austausch fehlt uns.»

Meinung der Einwohner abholen

An einer Gemeindeversammlung nehmen jeweils zwischen 100 und 200 Personen teil. Meist sind es eher ältere Einwohner. «Bisweilen ist es für uns schwierig, die Meinung jüngerer Mettauertaler in Erfahrung zu bringen», so Weber. Das werde mit Crossiety möglich. «Wir werden den Dorfplatz auch nutzen, um unsere Ideen und Fragen zu platzieren und die Meinung der Einwohner dazu abzuholen», sagt Weber.

Hier liegt ein dritter Vorteil: Anders als Plattformen wie Facebook ist Crossiety, hinter der unter anderem Alt-Ständerätin Pascale Bruderer (SP) steht, nicht für alle offen, sondern ist den Einwohnern der Gemeinde vorbehalten. «Das macht die Plattform zu einem guten Instrument, um den Puls der Bevölkerung zu spüren», so Weber. Das kann mit Umfragen geschehen oder auch mit Ideen, welche die Gemeinde auf Crossiety platziert und Rückmeldungen dazu einholt.

Gemeinde punktet mit originellen Ideen

Crossiety hält Weber für eine «innovative, dynamische und lebendige» Sache. «Das passt zu unserer Gemeinde», meint er lachend. «Auch wir lancieren immer wieder junge Ideen.» Als Beispiel nennt er die Werbekampagne, mit der die Gemeinde weit über die Region hinaus für Aufsehen gesorgt hat. Mit Slogans wie «Burnout à la Mettauertal» oder «Rushhour à la Mettauertal» warb die Gemeinde ab 2016 für sich als Wohnort. Ebenso frech wie frisch war die Sujetwahl: Das Burn-out-Plakat zeigt den Kohlemeiler, die Rushhour-Werbung eine Herde Kühe.

Die Werbekampagne hält Weber «für einen vollen Erfolg». Zwar lässt sich nicht genau beziffern, wer aufgrund der Kampagne zugezogen ist und wer ohnehin. Klar ist aber: Die Gemeinde ist seit dem Start der Kampagne deutlich gewachsen, von rund 1920 auf 2058 Einwohner. «Die Werber haben einen hervorragenden Job gemacht», lobt Weber. Er kann sich denn auch gut vorstellen, Themen aus Kampagnen wieder einmal aufzugreifen, um etwa Investoren, die im Mettauertal bauen, zu unterstützen.

Die Plattform Crossiety will die Gemeinde drei bis vier Jahre laufen lassen und dann Bilanz ziehen. «Wenn es nicht funktionieren sollte und das Bedürfnis nach einem digitalen Austausch fehlt, ist wenig verloren», so Weber. Für die Plattform laufen einmalige Kosten von 2500 Franken, ein jährlicher Fixbetrag von 5000 Franken sowie ein variabler Beitrag von einem Franken pro Einwohner auf. «Das ist es uns wert.»

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