Gerichtsurteil

Deutscher Zahnarzt muss Schweizer Kundin Schadenersatz zahlen

Erneut wurde ein Zahnart verurteilt und muss Schmerzensgeld bezahlen

Erneut wurde ein Zahnart verurteilt und muss Schmerzensgeld bezahlen

Erneut wurde ein Zahnarzt am Hochrhein durch die Erste Zivilkammer des Landgerichtes Waldshut (D) verurteilt. Er muss einer Patientin 10'300 Euro bezahlen, weil er bei einer Wurzelbehandlung und weiteren Eingriffen zahlreiche Fehler gemacht hatte.

Das Gericht verpflichtete den Zahnarzt mittels eines sogenannten Versäumnisurteils dazu, an eine frühere Patientin ein Schmerzensgeld zu bezahlen. Dieses Mal in Höhe von 3000 Euro sowie den verursachten Schaden zu ersetzen. Vor knapp zwei Wochen war der Arzt von der gleichen Kammer in einem anderen Behandlungsfall zur Zahlung eines Schmerzensgeldes in Höhe von 4000 Euro verurteilt worden.

Auch zur jüngsten Urteilsverkündung waren weder der beklagte Arzt noch ein Anwalt beim Landgericht erschienen. Da die Streitsache bereits in zwei vorausgegangenen Sitzungen verhandelt worden war, erfolgte jetzt nur die Verkündung des Urteils. Dabei musste die Kammer lediglich bewerten, ob die Klage zulässig und das Begehren der Klägerin schlüssig nachvollziehbar und gerechtfertigt war.

Hierzu hatte die Patientin, eine Schweizerin mittleren Alters aus der Grenzregion, über ihren Anwalt vorgebracht, dass der Zahnarzt sie im Jahr 2010 in etwa zwölf Behandlungsterminen wiederholt fehlerhaft behandelt habe.

Bei einer Wurzelbehandlung, bei der Überkronung eines Zahnes, sowie bei der Einsetzung eines Implantates mit späterer Überkronung seien zahlreiche Fehler gemacht worden, die eine langwierige und aufwendige Nachbehandlung zur Folge gehabt hätten. Für diese Nachbehandlung in einer Schweizer Praxis machte die Klägerin Schadenersatz in Höhe von 11 000 Franken geltend. Für die zusätzlich erlittenen Schmerzen wollte sie ein Schmerzensgeld in Höhe von 6000 Euro zugesprochen haben.

Zahlung von 10 300 Euro

Die Zivilkammer folgte im Falle der Schadenersatzforderung der Klägerin und verurteilte den Zahnarzt zur Zahlung von rund 10 300 Euro, da eine Verurteilung zur Ersatzleistung in Franken rechtlich nicht möglich ist. Zusätzlich muss der Beklagte auch alle eventuell in Zukunft entstehenden Kosten, die aufgrund der Falschbehandlung noch entstehen könnten, ersetzen. Die Schmerzensgeldforderung der Klägerin sah das Gericht für zu hoch an und hielt ein Schmerzensgeld in Höhe von 3000 Euro für angemessen.

Entsprechend dem anerkannten Anteil der Forderung der Klägerin muss der Beklagte 87 Prozent der Verfahrenskosten übernehmen, der Klägerin bleiben die restlichen 13 Prozent. Soweit die Kammer der Forderung der Klägerin gefolgt ist, handelt es sich um ein Teilversäumnisurteil, gegen das der Beklagte Einspruch einlegen kann. Bei der Festsetzung des Schmerzensgeldes erging ein sogenanntes Endurteil, gegen das das Rechtsmittel der Berufung möglich ist.

Eventuelle Rechtsmittel müssen innerhalb von zwei Wochen nach Zustellung des Urteils eingelegt werden. Dazu bedarf es aber der Vertretung durch einen Rechtsanwalt. 

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