Deutsch-Schweizer Zusammenarbeit
Barrierefrei am Rheinufer spazierengehen: Laufenburg bekommt eine Hängeseilbrücke

Laufenburg/Baden investiert kräftig in die Aufwertung des grenzüberschreitenden Uferrundwegs Laufenburger Acht. An neuen Themenstationen, auch auf der Schweizer Seite, soll es ab Herbst Attraktionen für die ganze Familie geben.

Markus Vonberg
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Steg statt Treppe heisst die Devise auf der deutschen Rheinseite in Laufenburg. (Visualisierung)

Steg statt Treppe heisst die Devise auf der deutschen Rheinseite in Laufenburg. (Visualisierung)

zvg

Der Uferrundweg Laufenburger Acht zwischen der Codman-Anlage und dem Kraftwerk wird doch ohne Treppen barrierefrei ausgeführt. Ulrich Krieger, Bürgermeister von Laufenburg/Baden:

«Der Weg soll ein Erlebnis für alle Generationen bieten, Jung und Alt.»

Mit dazu beitragen sollen die von der Agentur Aufwind erarbeiteten Themenstationen. In Laufenburg sollen an acht bis zehn auf beide Ufer zwischen Hochrheinbrücke und Kraftwerk verteilten Stationen die Besucher des Rheinuferwegs Interessantes aus der Geschichte oder der Geologie, dem Natur- oder Wirtschaftsleben erfahren. Die Themenstationen sollen sowohl informationsorientierte Elemente für Erwachsene wie spielorientierte für Kinder enthalten.

Stationen sollen bis Herbst am Rheinufer stehen

Wie Hauptamtsleiterin Carina Walenciak darlegte, werden die Stationen zusammen etwa 150'000 Euro kosten, die sich beide Laufenburg teilen. Im Herbst sollen die Stationen aufgestellt werden. Für den Ideenwettbewerb, hatten Elisabeth D’Souza und Julia Baumgartner von der Tourismus- und Kulturabteilung des badischen Laufenburg sowie Ivan Brigante, Stadtschreiber des aargauischen Laufenburg, je vier schweizerische und vier deutsche Agenturen angeschrieben. Unter den fünf eingereichten Vorschlägen machte der von Aufwind das Rennen.

Statt einer Treppe kommt ein 48 Meter langer stählerner Steg

Grösstenteils verläuft die Laufenburger Acht auf bereits bestehenden Wegen. Nur zwischen Codman-Anlage und Kraftwerk wird zwischen Ufer und Bahnlinie eine 1,3 Kilometer lange neue Verbindung geschaffen. Aufgrund des steilen und zerklüfteten Geländes müssen mehrere Fussgängerstege und -hängebrücken errichtet werden. Eine Steilstelle beim Kraftwerk sollte nach bisherigen Planungen mit einer Treppe überbrückt werden. Doch in vorangegangenen Sitzungen hatten einige Stadträte sich für eine komplett barrierefreie Lösung ausgesprochen. Diese soll nun kommen.

Planer Andree Binninger vom Dogerner Büro Tillig Ingenieure legte dar, dass statt der Treppe ein 48 Meter langer stählerner Steg mit elf Prozent Neigung errichtet wird. Es sei die gleiche auf Stahlpfählen gegründete Konstruktion wie an anderen Abschnitten. Zwar sei der Steg mit 157'000 Euro um 23'000 Euro teurer als die Treppe. Weil aber an anderen Abschnitten zwei bisher erforderlich gehaltene Stege durch eine kostengünstigere Brücke ersetzt und verkürzt werden könnten, würden dort 50'000 Euro eingespart.

Baukosten in Höhe von 2,1 ­Millionen Euro

Insgesamt sollen die beiden Bauabschnitte zwischen Kraftwerk und Codman-Anlage rund 2,1 Millionen Euro kosten. Etwa die Hälfte davon entfallen auf die Hängeseilbrücken und die Stege. Laufenburgs Bürgermeister Ulrich Krieger teilte mit, dass die Graubündner Firma Crestageo die 1,20 Meter breiten Brücken und Stege vorproduziere und im Sommer einbaue.

Auf die Frage von Stadtrat Gerhard Tröndle (CDU), ob der Zeitplan, der eine Fertigstellung dieses Jahr erfordere, eingehalten werden könne, antwortete Binninger: «Das kriegen wir hin.» Stadtrat Jürgen Weber (Grüne) erkundigte sich danach, ob die am Kraftwerk angelegte Baustrasse zurückgebaut werde. Binninger sagte, sie werde nach Abschluss der Arbeiten auf zwei Meter verschmälert.

Lob selbst von den Kritikern der Pläne

«Grundsätzlich ist das eine ganz tolle Sache», sagte Stadtrat Sascha Komposch (FW), der sich selbst als «einer der grössten Kritiker der Laufenburger Acht» bezeichnete, über den Themenweg. Auch die Herstellung der Barrierefreiheit im Bereich des Kraftwerks begrüsste er.

So gab es bei der Abstimmung über die Anpassung der Wegeplanung sowie die Beauftragung der Firma Crestageo mit der geänderten Bauausführung und die Beauftragung der Firma Aufwind mit der Umsetzung des Tourismus- und Marketingkonzepts keine Nein-Stimmen, allerdings mehrere Enthaltungen.