Münchwilen
Deutliche Abfuhr für die Erhöhungs-Pläne des Gemeinderates

An der Gemeindeversammlung lehnten die Stimmbürger eine Erhöhung des Steuerfusses von 96 auf 106 Prozent deutlich ab. Die übrigen Sachgeschäfte stiessen auf Zustimmung. Gemeindeammann Willy Schürch orientierte über die Bildung der Schulkommission.

Hans Christof Wagner
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Die Beiträge für die Sanierung der Kapelle St. Ursula in Münchwilen wurden gesprochen. chr

Die Beiträge für die Sanierung der Kapelle St. Ursula in Münchwilen wurden gesprochen. chr

Gemeinderat Rolf Hügli und Bettina Huber, Leiterin der Finanzverwaltung, warben bei den 89 Stimmberechtigten in der Turnhalle für die Steuererhöhung von 96 auf 106 Prozent. Zwar habe die Gemeinde aktuell noch keine Schulden, dies sei aber nur eine Frage der Zeit, gerade angesichts steigender Belastungen durch Zahlungen an den Kanton. 100000 Franken wird laut Hügli die Gemeinde an Kosten einsparen. Dennoch bleibe ein Mehraufwand in doppelter Höhe bestehen. Bettina Huber rechnete vor, dass die Steuererhöhung bei einer vierköpfigen Familie mit einem steuerpflichtigen Einkommen von 45000 Franken nur 113 Franken mehr im Jahr bedeute. Bei einem Ehepaar mit 150000 Franken seien es noch unter 1000 Franken.

Patrik Schwarb, Präsident der Finanzkommission, stellte in der Versammlung den Antrag, das Budget für 2013 zu genehmigen, aber auf der Basis eines Steuerfusses von weiterhin 96 Prozent. «Das ist eine Erhöhung ohne Not», sagte er. Momentan sei noch Vermögen vorhanden, daher eine Steuererhöhung unnötig. Auch Martin Troller, früherer SP-Grossrat, stellte einen Antrag. Er empfahl den Stimmberechtigten, das Budget komplett abzulehnen. Doch bevor darüber abgestimmt wurde, zog Troller den Antrag zurück. Schwarbs Antrag aber fand mit 72 Ja-Stimmen eine grosse Mehrheit.

Der Kapellenverein als Eigentümerin der Kapelle St.Ursula darf sich über einen Zustupf in Höhe von 35000 Franken freuen. Die Einwohnerversammlung stimmte dem Traktandum mit grosser Mehrheit zu. Zuvor hatten schon die Ortsbürger 15000 Franken genehmigt. 420000 Franken kostet die Renovation der Kirche insgesamt.

Die Gemeinde kann 200 000 Franken für ein neues Kommunalfahrzeug ausgeben. Die Stimmberechtigten stimmten einem Verpflichtungskredit in dieser Höhe zu. Gemeinderätin Karin Etterlin berichtete, dass das alte Fahrzeug immer öfter an seine Grenzen gelange und allein seit 2008 rund 36000 Franken Unterhalt gekostet habe. Das neue Fahrzeug ist der Gemeinderätin zufolge ein Schweizer Fabrikat, mit 155 PS leistungsstärker als das alte und auf die Bedürfnisse der Gemeinde genau zugeschnitten. Von ihren Worten liessen sich die Stimmberechtigten überzeugen – 58 stimmten zu.

Mit Kosten von fünf Millionen Franken rechnet die Gemeinde zwecks Umbau der Schule. «Zu hoch», meinten am Freitag einige Stimmberechtigte. So präsentierte Gemeindeammann Willy Schürch den Plan zur Bildung einer Schulkommission, die Mittel und Wege finden soll, die Kosten zu reduzieren. Sieben bis neun Ressorts solle sie umfassen – zusammengesetzt aus Vertretern des Kantons, der Gemeinde, der Schulpflege, der Kommissionen, der Vereine, Baufachleuten und Eltern. In den kommenden ein bis zwei Wochen verschickt die Gemeinde Schürch zufolge Einladungen an die Münchwiler Haushalte. Bis 20. Dezember könnten sich Interessierte anmelden. Die Schulkommission solle sich dann Mitte Januar gründen. «Noch gibt es an der Schule dank des Pavillons keine akute Raumnot, aber bis 2014/15 muss etwas gehen», sagte Schürch am Freitag. Den Zeitplan für die Neugestaltung der Schule festzulegen, sei aber Sache der Kommission.