Möhlin
Derzeit herrscht ein Missverhältnis - abgebende Eltern sind in der Überzahl

Der Tagesfamilienverein sucht Familien, die Kinder tageweise zu Hause betreuen. Durch die Tagesfamilien können Kinder in einem familiären Umfeld aufwachsen und mit anderen Kindern spielen.

Marc Fischer
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In der Familie Frick spielen eigene Kinder und Tageskinder miteinander. zvg

In der Familie Frick spielen eigene Kinder und Tageskinder miteinander. zvg

«Wir bieten Kindern, deren Eltern erwerbstätig sind, Betreuung in einem natürlichen, familiären Umfeld», so beschreibt Doris Frick vom Tagesfamilienverein Möhlin und Umgebung die Tätigkeit von Tagesfamilien. Sie hat selber vier Kinder und ist seit sieben Jahren Tagesmutter. Via Vorstandsarbeit sei sie immer mehr in die Arbeit des Tagesfamilienvereins hereingerutscht, sagt sie. Heute ist sie in Möhlin und Umgebung für die Vermittlung der Kinder an die Familien zuständig und weiss: «Die Nachfrage steigt stetig.»

Derzeit werden im Gebiet des Tagesfamilienvereins Möhlin 70 Kinder von Tagesfamilien betreut. Aber: «Es sind rund 55 abgebende Familien und nur 30 betreuende», zeigt Doris Frick ein gewisses Missverhältnis auf. Geeignet als Tageseltern seien pflicht- und verantwortungsbewusste Personen, die Kinder und das Familienleben lieben. «Idealerweise haben die Tageseltern selber Kinder und integrieren die betreuten Kinder in ihr Familienleben. Dafür braucht es eine natürlich gewisse Offenheit», so Doris Frick.

Ganz ohne Ausbildung und Kontrolle geht es aber nicht. Tagesmütter oder -väter müssen vor Beginn ihrer Tätigkeit einen 18-stündigen Basiskurs absolvieren, jährlich einen dreistündigen Wiederholungskurs besuchen und den Nothelferkurs für Kleinkinder abgeschlossen haben. Zudem erfolgen Kontrollen von den Gemeindevertretern.

Apropos Gemeinden: «Mit den Gemeinden Möhlin, Rheinfelden und Zeiningen konnte ein Sozialtarif ausgehandelt werden», erklärt Doris Frick. Das bedeutet, dass abgebende Familien, die ein gewisses Mindesteinkommen unterschreiten von den Gemeinden unterstütz werden.

Ansonsten lautet die Regelung, dass die Familien im Verein Mitglied sein müssen und die Betreuung – abgestuft nach ihrem Einkommen – bezahlen. «Wir sind allerdings nicht gewinnorientiert und jeweils froh, wenn die Nullrechnung aufgeht», betont Doris Frick. Die Einnahmen fliessen grösstenteils weiter an die Tageseltern.

Das grosse Plus in der Kinderbetreuung durch Tagesfamilien sieht Doris Frick in der Flexibilität. «Betreuung an Randzeiten, halbtags oder ganztags: Durch die individuellen Verträge ist vieles denkbar», erklärt sie. Ein Mindestalter hat der Tagesfamilienverein Möhlin und Umgebung festgelegt: Drei Monate alt müssen die Kleinkinder sein. Gegen oben ist keine Grenze gesetzt. «Zwölfjährige kommen allerdings meist nur noch zum Essen», weiss Doris Frick.

Doris Frick nimmt Anmeldungen als Tagesfamilien unter 0793122002 oder
doris.frick@octa-treuhand.ch entgegen. Sie führt die Geschäftsstelle an der Rebgasse 4 in Zeiningen.