Frick
Der Zivilschutz ist auf den Ernstfall vorbereitet

Die Zivilschutzorganisation (ZSO) Oberes Fricktal lud die Gemeinderäte und Feuerwehrkommandanten der 19 Mitgliedsgemeinden zu einem Informationsabend in die Zivilschutzanlage Racht in Frick. Das Interesse war gross.

Dieter Deiss
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Werner Schwarz von der ZSO Oberes Fricktal zeigt den Ammännern Mario Hüsler (Mitte) und Herbert Weiss modernes Zivilschutzmaterial.

Werner Schwarz von der ZSO Oberes Fricktal zeigt den Ammännern Mario Hüsler (Mitte) und Herbert Weiss modernes Zivilschutzmaterial.

Man wolle den Behördevertretern und Feuerwehkommandanten die Leistungsfähigkeit und Leistungsbereitschaft der Organisation zeigen, hielt ZSO-Kommandant Raphael Lemblé in seiner Begrüssung fest. «Der Zivilschutz hat in den letzten Jahren einen positiven Wandel durchlebt», betonte er. Die ZSO Oberes Fricktal sei flächenmässig die grösste Organisation im Kanton Aargau. Es gehören ihr im Moment 332 Pflichtige an.

Das oberste Organ ist der Vorstand, dem je eine Vertreterin oder ein Vertreter aus den 19 Mitgliedsgemeinden angehören. Andreas von Mentlen aus Wittnau ist Präsident der ZSO. Dem Kommandanten Raphael Lemblé stehen mit Werner Schwarz, Gaby Wieser und Reto Müller drei Stellvertreter zur Seite, während Andrea Schaffner als Zivilschutzstellenleiterin primär für die Administration verantwortlich zeichnet. In vier Bereiche ist die ZSO unterteilt: Führungsunterstützung, Betreuung (inkl. Kulturgüterschutz), Unterstützung und Logistik. Um die Aufgaben zu bewältigen, stehen insgesamt sechs Zivilschutzanlagen zur Verfügung und zwar in den Gemeinden und Ortsteilen Frick, Laufenburg, Herznach, Sulz, Wölflinswil und Mettau.

Gemeinderat kann ZSO aufbieten

Nebst den kantonalen Behörden können die Gemeinderäte der Mitgliedsgemeinden in Notfällen die Zivilschutzorganisation aufbieten. Ausdrücklich betonte Lemblé, dass dazu nicht ein Gemeinderatsbeschluss nötig sei, vielmehr könne auch ein einzelner Gemeinderat die ZSO zur Mithilfe bei schwerwiegenden Ereignissen anfordern. «Die Gemeinden sind gemäss dem Gesetz über den Bevölkerungsschutz verpflichtet, bei Katastrophen und Notlagen alle für die Hilfeleistung erforderlichen materiellen und personellen Mittel einzusetzen», ist da auszugsweise auf einem abgegebenen Merkblatt zu lesen.

Der ZSO Oberes Fricktal sei innerhalb von ein bis zwei Stunden mit Teilen der Organisation einsatzbereit. Auf eine entsprechende Teilnehmerfrage meinte Lemblé, dass er damit rechne, dass innert zwei Stunden 60 Prozent des benötigten Bestandes vor Ort sei.

Urs Keller, seit Beginn dieses Jahres Chef des Regionalen Führungsstabes (RFO), erläuterte dessen Aufbau und Organisation. Räumlich ist der RFO identisch mit der ZSO Oberes Fricktal. Keller bezeichnete den RFO als Führungsinstrument der Gemeinden bei Grossereignissen. Der RFO steht den Gemeinderäten beratend zur Seite. Führungsstandorte sind Frick und Laufenburg. Gleich wie bei der ZSO wird der RFO ebenfalls durch die Gemeinderäte aufgeboten. Ein solches Aufgebot könne schon bei relativ kleinen Ereignissen erfolgen, wo es in besonderen Situationen darum gehe, den Organen der Gemeinde beizustehen und diese zu entlasten. Keller sieht den RFO als Drehscheibe bei besonderen Vorfällen.

Hochwasser in Sulz

Kommandant Raphael Lemblé meinte im anschliessenden Gespräch, dass nicht zuletzt das Hochwasser vom vergangenen Mai in Sulz Anstoss zu dieser Veranstaltung gegeben habe. Wohl sei dort der Zivilschutz tags darauf für Aufräumarbeiten eingesetzt worden, es sei aber damals die Frage gestellt worden, ob die ZSO nicht bereits in der Ereignisnacht hätte aufgeboten werden müssen. Da er das Geschehen nicht detailliert kenne, könne er freilich diese Frage nicht beantworten. Allerdings wären bei einem Aufgebot durch die Gemeinde nach einer guten Stunde erste Maschinen mit Personal zur Verfügung gestanden, welche die Feuerwehr unterstützt hätten.

Dass der Zivilschutz heute über topmoderne Ausrüstung verfügt, wurde abschliessend im Rahmen von zwei kleinen Demonstrationen und einem Rundgang durch die Anlagen eindrücklich aufgezeigt. Dies, und die Leistungsfähigkeit seiner Organisation wollte Lemblé «seinen» Gemeinden zeigen.