Wallbach
Der Wirt, der quer einstieg, senkrecht startete und oben blieb

Wirt Willi Kaufmann verrät das Erfolgsrezept des Restaurants Fabriggli.

Dennis Kalt
Drucken
Teilen
Das erfolgreiche «Fabriggli»-Wirtepaar Willi und Anna Kaufmann. Dennis Kalt

Das erfolgreiche «Fabriggli»-Wirtepaar Willi und Anna Kaufmann. Dennis Kalt

Dennis Kalt

2008, an der Rheinstrasse in Wallbach: Nach über 60 Jahren stellt die Kleiderfabrikation im «Fabriggli» ihren Betrieb ein. Als die Liegenschaft zum Verkauf steht, kommt der Moment von Willi und Anna Kaufmann, um ihren lang gehegten Traum in die Tat umzusetzen: einen eigenen Gastrobetrieb. «Wir hatten zunächst vor, das kulinarische Angebot – Kaffee, Kuchen und Snacks – klein zu halten», erzählt Inhaber und Quereinsteiger Willi Kaufmann. Doch es kommt anders: Schon während den Umbauarbeiten erhält das Wirtepaar Anfragen für Feiern und Veranstaltungen mit individuellen Menüwünschen. «Wir haben dann gemerkt, dass wir unsere Speisekarte stark erweitern müssen», sagt Kaufmann.

Am 1. Mai 2009 eröffnet das «Fabriggli Bistro» und startet gleich von «Null auf Hundert», wie Kaufmann schildert: «Von Beginn an haben wir unsere Kalkulation um ein Vielfaches übertroffen». Sieben Jahre reitet das «Fabriggli» auf der Welle des gastronomischen Erfolges – bis heute: So kehren jeden Tag zwischen 40 und 80 Gästen zum «Znüni» und zum Mittagessen ein. Am Abend ist das Restaurant oftmals bis auf den letzen Platz belegt. Doch worin liegt das Geheimnis des Erfolges, in dem Ort, in dem mit «Pinte», «Adler» und «Schiff» gleich drei Restaurants die Segel streichen mussten? «Erfolg ist ein Mosaik aus vielen kleinen Einzelteilen, die zusammen harmonieren müssen», beschreibt es Kaufmann.

Ein Mosaikstein des Erfolges sei die Qualität der Speisen: «Bei uns stand über vier Jahre ein Koch in der Küche, der in einem Sterne-Restaurant gelernt und sein Wissen an uns weitergegeben hat. So zeichneten sich die Speisen nicht nur durch den Geschmack frischer Zutaten, sondern auch durch eine «feine und ästhetische Erscheinung auf dem Teller» aus.

Stets präsent und freundlich

Daneben sei Freundlichkeit und Präsenz enorm wichtig. «Ein Grund, wieso wir samstags und sonntags geschlossen haben, ist, dass meine Frau und ich für unsere Gäste immer präsent sein wollen.» Da es viele Stammgäste gäbe, ginge es auch darum, ihnen das Gefühl zu geben, sie als Gastgeber wahrzunehmen. «Das kann ein kleines Schwätzchen oder auch nur ein einfaches und freundliches Hallo sein», sagt Kaufmann.

Darüber hinaus mache sich die malerische Lage mit Rheinblick positiv bemerkbar: «Im Sommer kommen viele Wanderer und Velofahrer, aber auch Einheimische, um auf der Terrasse den schönen Ausblick zu geniessen», sagt Kaufmann. Zu diesem Zweck, hat man die Terrasse um 12 Plätze erweitert und mit einer Lounge versehen.

Auch im letzen Jahr hat das Wirtepaar gross investiert. Auf das Flachdach des Gebäudes wurden vier moderne Gästezimmer gebaut: «Um für zwei Personen ein Zimmer zu reservieren, musste ich fünf Anrufe tätigen. Da habe ich gemerkt, dass es sinnvoll ist, das Übernachtungsangebot in der Gegend auszuweiten», sagt der Wirt.

Aktuelle Nachrichten