Mumpf
Der viele Regen gefährdet das grosse Kräftemessen der Pontoniere

Zwei Wochen vor dem Eidgenössischen Pontonierwettfahren erschwert das viele Wasser die Aufbauarbeiten.

Nadine Böni
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Die Ramm-Plattform liegt im Rhein bereit, aber noch ist unklar, ob der Rheinpegel ein Rammen erlaubt. nbo

Die Ramm-Plattform liegt im Rhein bereit, aber noch ist unklar, ob der Rheinpegel ein Rammen erlaubt. nbo

Nadine Böni

Jürg Müller hätte Grund zum Verzweifeln. Seit rund drei Jahren sind der Mumpfer Gemeindeammann und die anderen sieben Mitglieder des Organisationskomitees mit den Vorbereitungen für das Eidgenössische Pontonierwettfahren vom 26. bis 28. Juni beschäftigt. Jetzt, im Endspurt, droht das Wetter, den Pontonieren einen Strich durch die Rechnung zu machen.

Der Rheinpegel ist gestiegen

Bereits mehrmals waren Angehörige der Schweizer Armee in Mumpf, um Pfeiler für einen Wettkampf in den Rhein zu rammen. Der felsige Rheinboden und später das Hochwasser verunmöglichten diese Aufgabe allerdings – zumindest fast. Denn Ende Mai gab es einen kleinen Erfolg: Ein Pfosten konnte in den Boden gerammt werden. Diese Woche sollen nun die weiteren Pfeiler folgen.

Am Montag wurde die dafür nötige Plattform in Wallbach in den Rhein gehievt. Ob das Rammen klappt, ist zurzeit allerdings noch offen. «Jedes Mal, wenn die Armee kam, kam auch der Regen», sagt OK-Vizepräsident Jürg Müller. Und mit dem Regen stieg jeweils der Pegel des Rheins. Auch jetzt, seit dem Wochenende um mehr als einen halben Meter. «Wir spüren den starken Regen, der in der Ostschweiz und im Berner Oberland gefallen ist», sagt Müller. Erst die Versuche auf dem Rhein werden zeigen, ob die Pfeiler installiert werden können.

Noch besteht kein Notfallplan

Was, wenn nicht? Von Sorgen will Müller nicht sprechen. «Wir wissen, dass wir einen Sport betreiben, der draussen stattfindet. Ändern können wir das Wetter nicht, auch wenn wir uns Sorgen machen», sagt er pragmatisch. Ein Notfallplan bestehe (noch) nicht. Könnten die Pfeiler bis zum Eidgenössischen nicht in den Rheinboden gerammt werden, müsste allerdings nur ein Wettkampf abgesagt werden: der Bootsfährenbau, für den rund 30 Gruppen qualifiziert sind.

Bei diesem Wettkampf geht es darum, ein Stahlseil über den Rhein zu spannen, an dem dann eine traditionelle Flussfähre betrieben werden kann, wie sie in Mumpf bereits besteht. Der Aufbau der Fähre geht auf Zeit und muss ohne Motor oder Maschinen, nur mit reiner Muskelkraft geschafft werden. Alle anderen Disziplinen – wie die Einzelfahren oder das Sektionsfahren – wären nicht betroffen, würde der Aufbau der Pfeiler scheitern.

Der Grosskampf beginnt

Unabhängig davon, wie es mit den Pfeilern für den Bootsfährenbau weitergeht, beginnt kommende Woche «der Grosskampf», wie Jürg Müller sagt. Der Unterbau für das Büro- und das Festzelt steht bereits. Am nächsten Samstag folgen die Zelte. Über 70 Helfer der Armee, des Zivilschutzes, des Pontoniervereins – 30 Mitglieder haben extra dafür Ferien genommen – sowie einige Freiwillige werden dann kommende Woche alles aufbauen, was für ein Eidgenössisches Pontonierwettfahren sonst noch benötigt wird. «Es gibt noch einiges zu tun», sagt Müller. Pfeiler hin oder her.