Wölflinswil

Der Verein Pro Burg wehrt sich weiterhin gegen den Windpark

Kurt Aerni vom Verein Pro Burg und und IBAarau-CEO Hans-Kaspar Scherrer am Informationsabend.

Kurt Aerni vom Verein Pro Burg und und IBAarau-CEO Hans-Kaspar Scherrer am Informationsabend.

Der Verein Pro Burg lud zum Informationsabend zur Windkraft nach Wölflinswil. Ein ausgesprochener Kritiker von Windrädern fehlte dabei – trotzdem plädierte der Verein noch einmal deutlich gegen den Windpark Burg und verlangte ein Moratorium.

Einen ausgesprochenen Windkraftgegner hatte sich der Verein Pro Burg zu seinem Informationsabend nicht eingeladen. Hans-Kaspar Scherrer, CEO IBAarau AG und Präsident des Verwaltungsrates der Swisspower Netzwerk AG, sprach vor rund 100 Besuchern im Ochsen-Saal sogar davon, dass sich Windkrafträder "gut in die Landschaft einfügen". Die Zahl ihrer Kritiker werde bald geringer werden, prophezeite Scherrer ausserdem.

Doch der Maschineningenieur warnte auch davor, bei der Energiewende ausschliesslich auf Windkraft zu setzen. Auch der Anteil von Solarstrom und Wasserkraft müsse ansteigen. Zudem empfahl er Energieeinsparung als Strategie. Laut Scherrer ist der Strom in der Schweiz zu billig. Zu billig, um die Menschen zum Stromsparen zu erziehen. „Energie muss wieder teurer werden, auch um die Wirtschaftlichkeit von Ökostrom zu erhöhen", forderte er.

Windräder und ihr grosser Schatten

Die IBAarau will die Eigenproduktion von Strom aus erneuerbaren Quellen erhöhen. Grösster Anteil daran soll das Aare-Kraftwerk haben. Im Zuge der Neukonzessionierung 2014 soll es umfassend modernisiert und durch den Einbau moderner Turbinen auf mehr Leistung getrimmt werden. Statt 108 Gigawattstunden Strom pro Jahr soll es dann 125 produzieren. Scherrer nannte den Ausbau der Kleinwasserkraft (Suhre-Kraftwerk), Windprojekte wie das in Staffelbach und die Beteiligung seines Unternehmens an Geothermiebohrungen und Biogasanlagen. Scherrer plädierte insbesondere für mehr dezentrale Anlagen zur Stromgewinnung. Künftig werde bald jeder ein Kraftwerk in seiner Nähe haben. Alles in allem wird Scherrer zufolge die IBAarau bis 2020 300 Millionen Franken investieren, allein 120 Millionen Franken in die Erneuerung des Aare-Kraftwerks in Aarau.

Der Betrieb von Windrädern hat in Form von Schatten und Lärm negative Einflüsse auf die Qualität von Wohneigentum im Umfeld. Diese Meinung vertrat Lukas Rüetschi, Immobilienmakler aus Gipf-Oberfrick. Fraglich sei nur in welchem Masse. Lärmempfinden sei stets sehr subjektiv, sagte Rüetschi im Ochsen-Saal. Auch gegen andere Formen der erneuerbaren Energien wie Wasserkraft gebe es Widerstände. Andererseits: „Windräder können auch Attraktionen für den Tourismus sein", stellte Rüetschi in den Raum.

"Negative Folgen übersteigen Nutzen"

Allein Kurt Aerni, Mitglied im Vorstand des Vereins Pro Burg mit inzwischen 300 Mitgliedern, liess es unmissverständlich: „Im Fall Burg übersteigen die negativen Folgen des Windparks für Mensch, Landschaft und Umwelt den positiven Nutzen des Projekts", sagte er. Die menschliche Gesundheit sei ein zu hohes Gut. Allerdings ist es, das nahm man aus Aernis Vortrag mit, umstritten, ob der Betrieb von Windrädern tatsächlich ein Gesundheitsrisiko darstellt. Krankheitssymptome, die unter dem Begriff Windturbinensyndrom zusammengefasst werden, müssten aber in jedem Fall ernstgenommen werden. Aerni empfahl ein Moratorium oder zumindest einen grösseren Mindestabstand zwischen Rotoren und Wohnhäusern, der in der Schweiz nur 300 Meter beträgt.

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