Zum ersten Mal dabei und sogleich zuoberst aufs Podest gerast: Luca Wermelinger brauchte eine Minute und 54 Sekunden um die anspruchsvolle Strecke vom Eichwald Richtung Dorf zu befahren. Damit liess der 12-Jährige aus Hergiswil im Kanton Luzern sämtliche Lokalmatadoren hinter sich. Der Rennausgang war allerdings denkbar knapp. Die Schnellsten Fünf lagen nur 1,475 Sekunden auseinander. Scheinbar lag das Rennglück aber am Sonntag fast ausschliesslich auf der Seite der Familie Wermelinger. Auch in der Kategorie der Kleinsten gewann ein Wermelinger: Dario, Lucas kleiner Bruder. Organisiert wird das Seifenkistenrennen vom Verein Seifenkistenderby und es zog wie immer viel Publikum, vor allem aus Zeihen und Umgebung, an.

Verantwortlich für Lucas und Darios «schnelle Kisten» ist Vater Hanspeter Wermelinger. «Mein Vater hat meine Seifenkiste ursprünglich für meinen älteren Bruder gebaut. Da er zu alt ist für Rennen, darf ich sie nun fahren.» Der Vater ist beruflich im mechanischen Bereich tätig und weiss, worauf es ankommt: «Wichtig sind eine präzise Lenkung und gute Bremsen. Der Rest hängt vom Fahrer ab.»

Viel trainieren konnten Luca und Dario im Vorfeld nicht. «Es ist sehr schwierig, eine geeignete Strecke zu finden. Man kann ja nicht einfach irgendwo eine Strasse absperren», erklärt Hanspeter Wermelinger. Luca: «Wir fahren darum vor allem Rennen. Pro Saison sind es rund drei Rennen und ich habe schon mehrmals gewonnen.» Dass es in Zeihen ein Seifenkistenrennen gibt, habe man ihnen am Rennen in Schinznach erzählt. Luca gefällt die 400 Meter lange Strecke in Zeihen: «Vor allem die letzte Kurve ist ziemlich schwierig.»

Nicht alle Eltern haben die nötige Zeit und das Wissen, um selber eine Seifenkiste zu bauen. Darum kann man beim Verein Seifenkistenderby auch Kisten mieten. Heinz Birri: «Diese Kisten sind genauso gut wie die Selbstgebauten. Alle haben die gleichen Bedingungen.» Dass zwei Luzerner kommen und gleich gewinnen, habe aber bei einigen Favoriten schon zu Enttäuschungen geführt. Viele seien seit Jahren dabei und auch immer wieder auf dem Podest gestanden. «Wermelingers sind aber natürlich auch im nächsten Jahr wieder herzlich willkommen.»