«Ich weiss noch nicht so genau. Vielleicht etwas mit Tieren. Eine Arbeit im Büro würde mir vielleicht auch gefallen», so die 13-jährige Sara aus Laufenburg.

Trotz ihrer Unentschlossenheit ist sich die Siebtklässlerin bewusst, dass sie das Thema Berufswahl nicht mehr lange vor sich herschieben kann. Erst in der neunten Klasse für einen Beruf entscheiden und auf Lehrstellensuche zu gehen, ist zu spät. Die Berufsberatungsstelle in Rheinfelden empfiehlt Jugendlichen, sich im zweitletzten Schuljahr zu einem Einzelgespräch bei ihnen zu melden.

Bereits jetzt haben zahlreiche junge Leute, die in diesem Sommer ihre obligatorische Schulzeit beenden, einen Lehrvertrag in der Tasche. Dass es aber noch in fast allen Berufsrichtungen Ausbildungsplätze im Aargau gibt, zeigt der Lehrstellennachweis (Lena). Hier werden monatlich die offenen beziehungsweise die besetzten Lehrstellen ausgewiesen. Von den rund 4000 Lehrstellen im Aargau sind danach zum heutigen Zeitpunkt gut zwei Drittel besetzt.

Verwaltung und Gesundheit

Eine Trendwende zeigt sich bei den Gesundheitsberufen. Waren sie früher unbeliebt, sind sie recht begehrt. «Da haben wir über die letzten Jahre eine deutliche Zunahme zu verzeichnen», erklärt Simone Strub Larcher, Leiterin Kommunikation vom Departement Bildung, Kultur und Sport. Das zeigt sich auch in der Februar-Auswertung bei Lena.

Von den insgesamt 318 Lehrstellen im Gesundheitsbereich sind bereits 296 besetzt. Die meisten Lehrstellen werden aber in der Wirtschaft und Verwaltung angeboten. Bereits heute haben 492 junge Leute einen Lehrvertrag als künftige Kauffrau oder künftigen Kaufmann unterschrieben. Noch offen sind in diesem Bereich 109 Stellen. Dass Verwaltungslehrstellen begehrt sind, kann auch Franz Wülser, Gemeindeschreiber II von Frick, bestätigen. «Wir konnten in den letzten beiden Jahren eine merkliche Zunahme der Lehrstellenbewerbungen feststellen. Vor drei Jahren sah dies noch ganz anders aus.» Wülser betont zudem, dass bei der Gemeinde Frick qualitativ eine markante Verbesserung der Bewerbungen feststellbar sei. Die Gemeinde Frick bietet auf der Verwaltung vier Ausbildungsplätze an. Die meisten Auszubildenden machen parallel zur Lehre die Berufsmatura.

Wenig begehrt: Gebäudetechnik

Bei den handwerklichen Berufen zeigt sich ein sehr unterschiedliches Bild. So sind beispielsweise in der Elektrotechnik von insgesamt 165 Lehrstellen noch deren 37 zu vergeben. Bei Ausbildungsplätzen auf dem Bau sind noch fast 54 Prozent zu besetzen. Wenig Beliebtheit erfreut sich der Beruf des Gebäudetechnikers. Hier sind von 199 Stellen noch 129 offen.

Der kantonale Trend widerspiegelt jenen des ganzen Landes (siehe Tabelle). Zu den zehn häufigsten Lehrberufen zählten im Jahr 2013 auch Detailhandelsfachmann, Informatiker und Zeichner. Dass die Wahl des künftigen Berufs kein reines Wunschkonzert ist, wird vom Bundesamt für Industrie, Gewerbe und Arbeit (Biga) bestätigt. Hier heisst es: «Die Wirtschaft bestimmt, was es gibt.»