Fricktal
Der Traum vom Eigenheim wird immer teurer

Die Kaufpreise auf dem Immobilienmarkt sind in den letzten Jahren angestiegen. Dies zeigt eine neue schweizweite Analyse.

Marc Fischer
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Der Erwerb von Eigenheim wurde im Fricktal in den letzten fünf Jahren deutlich teurer: Wer ein Haus kaufen will, zahlt heute im Bezirk Laufenburg rund 14 Prozent mehr als noch 2011, im Bezirk Rheinfelden sind die Preise im gleichen Zeitraum gar um 24 Prozent angestiegen. Auch die Eigentumswohnungen wurden deutlich teurer. Dies geht aus dem aktuellen gesamtschweizerischen Immobilienreport der ETH Zürich und des Internet-Vergleichsdienstes comparis.ch hervor. Der Report basiert auf Inseraten, die auf der Website von Comparis aufgeschaltet waren.

Der Markt habe sich im vergangenen Jahr schweizweit etwas abgekühlt, so die Studie. Anzeichen für eine Immobilienblase wurden in keinem der untersuchten Bezirke festgestellt.

Unteres Fricktal stärker betroffen

In den beiden Fricktaler Bezirken haben sich die Preise seit Juni 2015 unterschiedlich entwickelt. Während Hauskäufer im Bezirk Laufenburg dieses Jahr immer noch etwa gleich viel bezahlen wie im Vorjahr, sind die Preise im Bezirk Rheinfelden gemäss dem Immobilienreport um rund zehn Prozent gestiegen. Auch bei den Wohnungen ist der Anstieg im unteren Fricktal mit acht Prozent höher als im oberen Fricktal (plus vier Prozent).

Im kantonsweiten Vergleich liegt der Bezirk Rheinfelden im Zeitraum seit Juni 2015 damit weit vorne. Die Häuserpreise sind gemäss der ETH-Analyse nur in den Bezirken Baden und Bremgarten stärker angestiegen. Die Wohnungspreise gar nur im Bezirk Lenzburg.

Grundsätzlich seien die Immobilienpreise im Fricktal in den letzten Jahren sicher gestiegen, sagt Lukas Rüetschi von Remax Oberes Fricktal. Allerdings sei der Anstieg im Vergleich mit anderen Regionen moderat. Für die vergangenen 12 bis 18 Monate hat Rüetschi – anders als der ETH-Report – «eher eine Stagnation der Preise» festgestellt.

Auch Carlo Rinaudo von ERA Immobilien in Rheinfelden bestätigt den Preisanstieg in den letzten fünf Jahren. Sowohl Rüetschi wie Rinaudo betonen aber auch: «Wie stark die Preise angestiegen sind, hängt davon ab, wo die Kaufobjekte stehen.» Hohe Nachfrage bestehe dabei vor allem in Gemeinden wie Rheinfelden, Magden, Möhlin, Frick oder Gipf-Oberfrick. Andernorts dagegen seien Nachfrage und Preissteigerung geringer. «In Schupfart oder Wegenstetten beträgt sie in den letzten fünf Jahren sicher nicht 20 Prozent», so Rinaudo.

Rüetschi führt noch einen weiteren Aspekt an und weist daraufhin, dass die höheren Kaufpreise auch auf die vielen neu gebauten Wohnungen und Häuser zurückzuführen seien. «Die Standards sind höher, man bekommt heute also auch mehr für sein Geld.» Schon allein der Vorschriften in Sachen Isolation oder Energiewert wegen, sei es heute nicht mehr möglich, Immobilien so günstig zu bauen wie früher.

Preise schwanken

Rinaudo seinerseits fügt an, dass die Eigentümer, gerade bei grosser Nachfrage, versuchten, «das Beste für sich herauszuholen». Das trage ebenfalls zu den steigenden Immobilienpreisen bei.

In beiden Fricktaler Bezirken zeigt der Immobilienreport Preisschwankungen auf. So sanken gemäss den Daten die Kaufpreise für Häuser im Bezirk Rheinfelden von 2014 bis 2015. Nicht jede Schwankung habe einen offensichtlichen Grund, sagt Didier Sornette, Professor für Entrepreneurial Risks an der ETH Zürich.