Frick
Der Teufelsgeiger und die Künstlerin des Jahres

Die beiden Geigenvirtuosen Manrico Padovani und Natasha Korsakova eröffneten die neue Kultursaison 2014/2015 im Kornhauskeller in Frick. Mitgebracht hatten sie wunderschöne Klänge.

Ingrid Arndt
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Virtuose Instrumentalisten: Manrico Padovani und Natasha Korsakova in Frick. – Foto: ari

Virtuose Instrumentalisten: Manrico Padovani und Natasha Korsakova in Frick. – Foto: ari

Ein besonderes musikalisches Erlebnis gab es für die Besucher im Kornhauskeller Frick im Rahmen der Eröffnung der neuen Kultursaison 2014/2015. Sehr facettenreich boten Manrico Padovani und Natasha Korsakova zu Beginn eine Sonate des französischen Komponisten Jean-Marie Leclair (1697–1764), ein herrliches Klingstück, brillant, einfühlsam und galant vorgetragen. Ein besonderer Hörgenuss waren danach vier Lieder aus der berühmten Mozart-Oper «Die Zauberflöte» (1791 uraufgeführt), extra bearbeitet für zwei Violinen. Glänzend die Interpretation der beiden Instrumentalisten, lustvoll getragen von ihrem grossen Können.

Mit Pfeffer und Zucker

Ein richtiges Kontrastprogramm dazu dann «Con Pepe e Zucchero» des zeitgenössischen Schweizer Komponisten Thomas Fortmann (1951), der dieses Stück den beiden Künstlern persönlich gewidmet hat. Öffentlich aufgeführt haben sie es in Frick erst zum zweiten Mal. Äusserst gegensätzliche Notenimpulse werden da vereint in einem sehr eigenwilligen Stil, der schwer zu spielen ist, teils melancholisch, aber auch fast schrill mit leidenschaftlich eindrücklichen Passagen, geklopft, vibrierend, flatternd.

Insgesamt sechs Sonaten schrieb der Belgier Eugène Ysaye (1858–1931), zwei davon trugen die beiden Künstler im Kornhauskeller jeweils solistisch vor. Spritzig schwärmerisch die abwechslungsreichen Melodienläufe der «L’aurore», dargeboten von Natasha Korsakova. Bei der «Ballade» wurde Manrico Padovani seinem Ruf als Teufelsgeiger absolut gerecht. Furios und brillant raste sein Geigenbogen in atemberaubendem Tempo über die Saiten, ekstatisch hinreisend das Spiel. Begeistert applaudierte das Publikum. Zum Schwelgen und geniessen anschliessend die romantisch fantasievollen Lieder aus unterschiedlichen Zyklen von Franz Schubert (1797–1828), übermütig kam die «Forelle» daher, berührend die besondere Darbietung des «Ave Maria».

Das Konzert klang aus unter südlicher Sonne, heiter, stolz und rasant mit einem unbeschwerten spanischen Tanz von Pablo Sarasate (1844–1908).

Makellose Technik von Manrico Padovani

Der Schweizer Geiger Manrico Padovani, geboren in Zürich, ist weltweit mit renommierten Orchestern auf Tourneen. Er gewann bei nationalen und internationalen Wettbewerben für sein virtuos-tiefsinniges Spiel und seine makellose Technik auf der Stradivari-Geige zahlreiche Auszeichnungen und Preise.

Natasha Korsakova spielt seit sie 5 ist Geige

Natasha Korsakova bekam ihre Ausbildung bereits ab 5 Jahren, zuerst bei ihrem bekannten Grossvater und ihrem Vater, später studierte sie in Nürnberg und Köln. Sie wurde 1998 Künstlerin des Jahres in Chile, kurz danach in Italien. Sie ist ein begehrter Gast bei nationalen und internationalen Orchestern, erhielt diverse Preise. Natasha Korsakova lebt in der Schweiz.