Nicht zuletzt die politischen Spannungen um den Ukraine-Konflikt machen es für alle Mitwirkenden zu einer grossen Herausforderung. Vier Konzerte werden das Kammerorchester aus der drittgrössten russischen Stadt und der in Laufenburg wohnhafte Tenor Tino Brütsch gemeinsam geben: Zwei in Russland und zwei in der Schweiz, in Zürich und in Laufenburg. «Es ist ein absolutes Top-Orchester mit einem dichten, typisch russischen Streicherklang», schwärmt Brütsch über das Ensemble. 

Die musikalische Leitung hat Rainer Held inne, seit 2008 ständiger Gastdirigent des Kammerorchesters Nowosibirsk. Brütsch hat ihn und das Orchester vor zwei Jahren kennen gelernt und nun die beiden Konzerte in der Schweiz organisiert.

Finanzielle Unterstützung gesucht

Doch die wegen des Ukraine-Konflikts auf den Gefrierpunkt gefallenen politischen Beziehungen zwischen Europa und Russland erschweren das Projekt. Die Unterstützung durch Stiftungen ist auffallend zurückhaltend erfolgt und zuletzt wurden dem Ensemble in seiner Heimat die Reisezuschüsse gestrichen. Brütsch: «Sie müssen ihre Flugtickets jetzt selbst bezahlen – und das zu einer Zeit, in der der Rubel stark an Wert verloren hat.» Brütsch sucht deshalb nach Kunstfreunden, welche die Auftritte des Orchesters über Crowdfunding finanziell unterstützen: «Gerade in Krisenzeiten ist ein Kulturaustausch besonders wichtig.»

Mit viel Fantasie wird nun die Reisekasse der russischen Musiker gefüllt. So bietet Brütsch für 100 Euro exklusiv Gesangstunden an, für 115 Euro weist Maestro Held in die Kunst des Dirigierens ein. Es gibt Postkarten, signierte Programmhefte und Gönnertickets.

Das Konzertprogramm verspricht einiges. Mit Cyrill Schürchs «Streaks» und Wolfgang Rihms «Stilles Stück II» bietet das Konzert in Laufenburg gleich zwei Schweizer Erstaufführungen. Dazu stehen Hermann Hallers «Ballade für Horn und Streichorchester» und Peter Tschaikowskis «Serenade» für Streichorchester auf dem Programm. Titelgebend für den Abend ist Benjamin Brittens «Serenade Opus 31 für Tenor, Horn und Streichorchester».

«Diese Musik ist dermassen reich und farbig, dass sie auch einem mit Musik des 20. Jahrhunderts sonst nicht vertrauten Publikum ohne Umweg zu Herzen gehen wird», verspricht Tino Brütsch. Neben dem Tenor wird Olivier Darbellay am Horn – ein absoluter Weltklasse-Solist – zu hören sein.