Die rund 100 im Verband Aargauischer Stromversorger (VAS) zusammengeschlossenen Energieunternehmen (unter ihnen IBAarau, Regionalwerke AG Baden, Elektrizitäts- und Wasserwerk Wettingen etc.) berechnen gegenwärtig ihre Strompreise für 2017. Sie informieren ihre Kunden ab August. Der VAS erwartet, dass die Strompreise für 2017 voraussichtlich auf tiefem Niveau verharren werden, wie er mitteilt.

Betroffen von den gegenwärtig tiefen Strompreisen im Grosshandel seien insbesondere die Energieversorger mit grosser eigener Stromproduktion, so der VAS weiter. Die meisten VAS-Mitglieder verfügen jedoch über keine bis wenig eigene Stromproduktion. Daher betreffen die tiefen Grosshandelspreise diese Unternehmen nur indirekt. Zur Erläuterung: Der Strompreis beträgt im Aargau derzeit inklusive Netznutzung und Abgaben für eine 5-Zimmer-Wohnung mit 4500 kWh Verbrauch durchschnittlich 17,83 Rappen/kWh.

An der Generalversammlung in Reinach sagte VAS-Präsident Markus Blättler mit Blick auf die vom Bund erwarteten massiven Investitionen ins Übertragungsnetz, dafür brauche man verlässliche Rahmenbedingungen. Er zeigte sich zufrieden, dass der Bundesrat den zweiten Öffnungsschritt im Strommarkt für Kleinkunden verschiebt. Nebst anderen hatte auch der VAS diese Verschiebung angesichts des jetzigen, sehr schwierigen Umfelds vorgeschlagen. Die Öffnung bringe für Kleinkunden ohnehin keine Preissenkung, so Blättler.

Strom-Award geht ins Fricktal

In Reinach wurde erstmals der vom VAS ausgeschriebene Aargauer Strom-Award vergeben. Überreicht wurde er von Landstatthalter Stephan Attiger. Sieger wurde die Energie Oberes Fricktal AG. Sie wurde für den gelungenen Zusammenschluss der vier Stromversorger von Oberhof, Wölflinswil, Wittnau und Gipf-Oberfrick ausgezeichnet. Der Zusammenschluss bewirkte, dass alle rund 3 000 Stromkunden die gleichen Strompreise haben und ihre Stromqualität selbst wählen können.

Die VAS-Mitgliedunternehmen versorgen im Aargau 260 000 Privat- und Firmenkunden. Sie liefern rund 3100 Gigawattstunden Strom. Das entspricht rund 5 Prozent des gesamtschweizerischen Stromverbrauchs. (MKU)