Schüchtern stehen die Kinder vor ihrem Publikum. Augenpaare von rund 50 Vertretern aus Wirtschaft, Politik und Eltern blicken ihnen entgegen.

Sie sind die ersten Schüler der International School Rheinfelden (ISRH) und sollen nun zeigen, was sie seit der Eröffnung der Schule schon gelernt haben.Sie singen Lieder, einmal ein deutsches, einmal ein englisches. Der Sprachwechsel bereitet ihnen keine Probleme.

In der ersten Reihe sitzt Bärbel Wood. Sie ist stolz auf ihre sechsjährige Tochter, die ihr gegenübersteht und singt. Wood war die allererste, die ihr Kind für die ISRH angemeldet hat. Seit 13 Jahren lebt sie mit ihrem Mann, einem Amerikaner, in Rheinfelden.

Ihr sei wichtig, dass die Tochter zweisprachig aufwachse, sagt sie. Und dass die Schule in der Nähe des Wohnortes sei. «Mein Mann und ich arbeiten 80 und 90 Prozent, da ist klar, dass für unsere Tochter eine geeignete Lösung hermusste.»

Als Wood hörte, dass in Rheinfelden eine internationale Schule in Planung war, hat sie ihre Tochter angemeldet, noch bevor die ISRH über das Blatt hinaus überhaupt existierte. Heute, rund einen Monat nach der Eröffnung der Schule, ist sie mit ihrem Entscheid vollends zufrieden.

Internationale Fachkräfte anlocken

Der Verwaltungsratspräsident der Schule, Georg Weibel, bedankt sich nach der Darbietung der Kinder besonders beim Rheinfelder Stadtammann, Franco Mazzi. «Die Schule war ein Traum, den ich schon lange hatte. Nun ist er in Erfüllung gegangen.»

Mazzi sei ihm dabei eine grosse Hilfe gewesen, so Weibel. Auch für den Stadtammann ist die Schule von grosser Bedeutung. In seinen Ausführungen betont er, dass das Fricktal in den letzten Jahrzehnten zu einem Standort für international wichtigen Betrieben geworden ist.

Dies habe zur Folge, dass sich mehr und mehr internationale Fachkräfte in der Region niederlassen. «Diese Leute bleiben aber nur hier, wenn sie wissen, dass es vor Ort gute Institutionen für ihre Kinder gibt.»

Auch für einheimische Kinder

Die Schule ist nicht nur für Kinder von Expat-Eltern. Schulleiterin Sabina Sümegi sagt, dass es unter den bisher zwölf Schülern erst ein Kind habe, das seit kurzem in der Schweiz lebe. Alle anderen Kinder seien zwar zweisprachig aufgewachsen, wohnen aber schon länger in der Region.

Die ISRH richte sich aber auch an einheimische Eltern, die sich für ihr Kind eine internationale Ausbildung wünschen. Bisher gibt es in der Schule einen Kindergarten für die Drei- bis Sechsjährigen und eine Primarschule für Sechs- bis Elfjährige.

Nach und nach soll die Schülerzahl wachsen und bis im Sommer 2016 soll es in der ISRH auch Sekundarklassen geben. Der Besuch der Privatschule ist nicht billig: Ein Schuljahr kostet im Schnitt rund 20 000 Franken.

Verwaltungsratpräsident Weibel hat bereits einen nächsten Traum: «Dass wir wachsen und es hier für uns bald zu eng wird und wir dann einen eigenen Campus errichten.»