Stein
Der Spatenstich in Stein war nur Show

Gleich drei Aargauer Regierungsräte sind im Juni nach Stein zum feierlichen Spatenstich einer neuen Produktionsanlage des Chemiekonzerns Novartis gefahren. Jetzt muss die Regierung einräumen: Die Baubewilligung für das Projekt liegt noch nicht vor.

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Der Spatenstich in Stein war nur iszeniert. (symbolbild)

Der Spatenstich in Stein war nur iszeniert. (symbolbild)

Grenchner Tagblatt

Der Spatenstich sei als «Medienanlass» konzipiert gewesen, schreibt der Regierungsrat in einer am Freitag veröffentlichen Stellungnahme zu einer Anfrage im Parlament. Beim Spatenstich handle es sich nicht um den Baubeginn. Es sei Sache der Bauherrschaft, wann und wie sie einen Spatenstich feiern wolle.

Am feierlichen Anlass am 25. Juni in der Fricktaler Gemeinde hatten als Vertreter des Kantons die Regierungsräte Roland Brogli (CVP), Urs Hofmann (SP) und Peter C. Beyeler (FDP) sowie Staatsschreiber Peter Grünenfelder teilgenommen.

Die Regierungsräte lobten die Attraktivität des Aargaus. Das Projekt passe gut zur «Hightech-Strategie» des Kantons. Die regionalen Medien berichteten über den Spatenstich. Am 21. Oktober wählt das Aargauer Volk die Mitglieder der Kantonsregierung neu.

Parlamentarier liest Amtsblatt
Der Auftritt der Regierungsräte hatte den EVP-Grossrat Sämi Richner aus Aarau stutzig gemacht. Richner fiel auf, dass im «Amtsblatt des Kantons Aargau» kein Eintrag für ein Baugesuch mit einer Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) erschienen war.

Der Umweltpolitiker wollte daher vom Regierungsrat wissen, weshalb für das Projekt offenbar keine UVP notwendig gewesen sei. Novartis müsse für das Vorhaben in Stein sehr wohl eine UVP erstellen, hält der Regierungsrat fest.

Die UVP liege dem kantonalen Departement Bau, Verkehr und Umwelt als Entwurf vor. Mit dem Bau der neuen Produktionshalle werde begonnen, wenn die rechtskräftig Baubewilligung vorliege