Hauptsächlich bedingt durch den sehr heissen Juni und den heissen August war der meteorologische Sommer 2017 laut Meteo Schweiz der drittwärmste Sommer seit Messbeginn vor mehr als 150 Jahren. Auffällig an diesem Sommer war, dass er ein Sommer der Wechsel war. Für Bewegung sorgten Hitzeperioden, dazwischen aber auch Südwestlagen mit tropischen Bedingungen und einigen Gewittern, sowie kurze kühlere Wetterphasen.

Die Siebenschläfer-Regel

Den einen oder anderen mag der wechselhafte Wetterverlauf nicht glücklich gestimmt haben – aber so wie in diesem Jahr ist er recht typisch für die Region. Nicht zuletzt hat sich wieder einmal die Siebenschläfer-Regel bewahrheitet. Das abwechslungsreiche Wetter zur Zeit des Siebenschläfertags (27. Juni) hat sich auch die folgenden sieben Wochen gehalten.

Im Vergleich mit den Daten seit Messbeginn wurden überdurchschnittlich viele Sommer- und Hitzetage gemessen. So brachte der Sommer 2017 der Region einen Sommertagüberschuss (ab 25 Grad) von 24,6 Tagen und einen Hitzetagüberschuss (ab 30 Grad) von 20,4 Tagen. Er war damit insgesamt 2,3 Grad zu warm. Ausserdem war er mit 262,8 Litern Niederschlag pro Quadratmeter deutlich zu trocken und drei Stunden zu sonnenscheinreich.

Trotz einer 0,6 Grad zu kalten ersten Woche erreichte gerade der Juni rekordverdächtige Werte. Laut Meteo Schweiz war es nach dem Juni im Rekord-Hitzesommer 2003 der zweitheissesten Juni seit Messbeginn 1864. So war der erste Sommermonat beispielsweise in Bad Säckingen gegenüber der Norm von 1981 bis 2010 53 Stunden zu sonnig und über 30 Liter pro Quadratmeter Niederschlag zu trocken.

Passend zur Siebenschläfer-Regel, wechselten sich im Juli warme bis heisse, sommerlich geprägte Witterungsabschnitte mit kurzen wechselhaften, gewittrigen und kühleren Perioden ab. Der Juli war damit zwar 1,3 Grad zu warm, gleichzeitig aber 37 Stunden zu sonnenscheinarm. Ausserdem war er trotz zahlreicher Gewitter und Schauer zu trocken.

Der August gehört zu den zehn heissesten Augustmonaten seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Mit 21 Sommertagen und davon zwölf Hitzetagen war er 2 Grad zu warm, trotz einiger Gewitter ebenfalls zu trocken; dafür aber 13 Stunden zu sonnenscheinarm.

* Helmut Kohler betreibt die privaten Wetterstationen Schwörstadt DE.