Laufenburg
Der Sieger der Tour de France 2011 ist ihr Teamkollege

Tanja Schmid, Radrennfahrerin aus dem Laufenburger Ortsteil Sulz, startet am Sonntag an der «Züri Metzgete». Und sie hat einen ganz besonderen Teamkollegen: Tour-de-France-Sieger Cadel Evans.

Walter Christen
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Tanja Schmid, die erfolgreiche 15-jährige Radrennfahrerin aus dem Laufenburger Ortsteil Sulz. chr

Tanja Schmid, die erfolgreiche 15-jährige Radrennfahrerin aus dem Laufenburger Ortsteil Sulz. chr

Mit Startnummer 7 geht morgen Sonntag eine Fricktaler Radrennfahrerin an der «Züri Metzgete» ins Rennen: Tanja Schmid aus dem Laufenburger Ortsteil Sulz. Die 15-jährige Bezirksschülerin startet in der Kategorie Frauen B für das BMC Hottinger Cycling Team.

Und um es gleich vorweg zu nehmen: Tanja Schmid ist sozusagen Teamkollegin des Australiers Cadel Evans, dem diesjährigen Sieger der Tour de France. Sie fährt nämlich im Nachwuchsteam von BMC (BMC-Hottinger Cycling Team) und somit auch ein Velo aus der Schweizer Manufaktur von BMC in Grenchen.

«Radrennen sind seit Jahren meine grosse Leidenschaft», hält die junge Sportlerin im Gespräch mit der az Aargauer Zeitung fest. «Mein bisher grösster Erfolg ist der Sieg an der Schweizer Meisterschaft 2010 in der Kategorie U15.»

Ihr Palmarès weist aber viele weitere grossartige Resultate auf: 2010 kam sie am Kriterium von Singen (Deutschland) auf Rang 3 und wurde in die U17-Nationalmannschaft aufgenommen. Der 2. Platz bei den Schweizer Schüler Meisterschaften U15 sowie der 4. Rang in der Gesamtwertung bei den Brugger Abendrennen gehen im Jahr 2009 auf ihr Konto. 2008 gewann sie in ihrer Kategorie die Schweizer Schüler Meisterschaft.

Dieses Jahr kam Tanja Schmid auf Rang 5 an der Schweizer Meisterschaft in Kirchdorf. Es ist dies ihre erste Saison bei den Frauen B, wo die Konkurrenz wegen des grossen Altersunterschieds sehr stark ist.

Trotzdem reichte es der ambitionierten Radsportlerin am GP von Reverolle zum Ehrenplatz, an einem Kriterium in Liechtenstein zu Rang 9 und an einem Rennen in Meilen zu Rang 10. Ausserdem gewann sie in ihrem Jahrgang den Schweizer Frauen-Cup mit 5 ausgetragenen Rennen.

Nach diesem Wochenende mit dem Start an der «Züri Metzgete» geht es für Tanja Schmid am 17./18. September weiter mit einem Sichtungstag im Trainingscenter Huttwil.

«Pro Saison haben wir sechs Zusammenzüge mit der Nationalmannschaft. Wir sind etwa 30 Radrennfahrer, davon neun Damen und unter ihnen drei Strassenfahrerinnen.» Anschliessend nimmt Tanja Schmid am selben Wochenende mit dem Team an der Walliser Rundfahrt teil.

Man sagt, wer in Sulz wohnt ist entweder im Turnverein oder dann im Veloklub. So begann denn auch Tanja Schmid zuerst als Turnerin. Dann machte sie einige Zeit keinen Vereinssport mehr, ehe sie von einer Kollegin zum Radfahren animiert wurde.

Und diesen Schritt bereut sie bis heute nicht: «Der ganze Radsportbereich hat mir viel gebracht. Vor allem eine grosse Selbstständigkeit habe ich erlangt, viel von der Schweiz kennen gelernt und ausserdem habe ich mir ein gutes Zeitmanagement angeeignet und viele neue Freundschaften geschlossen», sagt Tanja Schmid.

Wenn sie nicht rennmässig oder trainingshalber auf dem Rennvelo sitzt, ist sie mit dem Mountain Bike unterwegs oder sie ist am Joggen oder Lesen.

Schulisches Ziel: Sportgymnasium

Nach Abschluss der 4. Bezirksschulklasse möchte sie gerne ans Sportgymnasium nach Basel, wo sie sich vier Jahre auf die Matura vorbereiten und dabei ihren geliebten Radsport weiterpflegen könnte.

Dieses Jahr hat sie in einem Velogeschäft einen Ferienjob erhalten. Zwischendurch hilft sie bei Ueli Schumacher in Sulz aus, der auch schon Weltmeister wie Roman Kreuziger trainiert hat. In seinem Trikot wird sie nächstes Jahr auch Rennen bestreiten.

Auf die Ernährung angesprochen, erklärt die Radrennfahrerin, die übrigens zu Hause volle Unterstützung von den Eltern für die Ausübung ihres Sports erhält: «Einen Tag vor einem Rennen nehme ich viele Kohlenhydrate zu mir. Das heisst, ich esse vor allem Spaghetti ...»

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