Fricktal

Der Selfie-Hase oder das Cornflakes-Huhn: Osterhasen sind mehr als Schoggi

Richard Graf mit einem Exemplar des Schoggihasen «Schmunzel». Dieser verkauft sich in diesem Jahr besonders gut. nbo

Richard Graf mit einem Exemplar des Schoggihasen «Schmunzel». Dieser verkauft sich in diesem Jahr besonders gut. nbo

Die Chocolatiers und Konditoren aus der Region setzen im Kampf mit den Grossverteilern auf Kreativität: Wer will erhält einen Hasen, der ein Handy mit dem eigenen Bild in der Hand hält.

Wer sich diese Woche in den Bäckereien und Konditoreien im Fricktal nach Schoggi-Osterhasen erkundigt, hört oft einen Satz: «Viele sind schon weg.»

Beim «Büeler» in Möhlin etwa laufen die kleinen Häsli mit Haselnussfüllung besonders gut, beim «Rohrer» in Rheinfelden war es eine Kreation mit weisser Couverture und Caramel – war es, weil die Caramel-Hasen trotz zweimaligem Nachgiessen schon wieder ausverkauft sind.

«Besonders in der letzten Woche vor Ostern zieht das Geschäft jeweils merklich an», sagt Marc Aukofer von der Bäckerei Aukofer in Möhlin.

Das Ostergeschäft ist im Kalenderjahr der Konditoreien und Bäckereien wichtig. Rund einen Drittel der Jahresproduktion macht Ostern etwa bei der Confiserie Graf in Rheinfelden aus. «Insgesamt gut zwei Tonnen Schokolade, Couverture und Füllungen werden vor dem Feiertag zu österlichen Motiven verarbeitet», sagt Chocolatier und Inhaber Richard Graf. Ähnlich wichtig ist nur noch das Weihnachtsgeschäft.

Auf Originalität gesetzt

Entsprechend früh und gut wird das Oster-Angebot geplant. Bei der Bäckerei Maier in Laufenburg beginnen die Arbeiten kurz nach Aschermittwoch mit einem Brainstorming. Gesucht sind neue Ideen, denn das Sortiment wird zumindest in Teilen jedes Jahr ausgetauscht.

Neu im Angebot ist dieses Jahr unter anderem ein «Selfie-Hase». Kunden können ein eigenes Foto einschicken, das dann auf ein «Smartphone» gedruckt wird, das ein Schoggi-Osterhase in der Hand hält. «Wir haben festgestellt, dass gerade solch personalisierte Osterhasen gut ankommen», sagt Konditor Gregor Maier.

Vor einigen Jahren bereits hatte die Bäckerei einen Hasen lanciert, der auf Wunsch mit dem eigenen Namen verziert werden kann. Gegen 200 Bestellungen für die zwei Kreationen sind bis jetzt eingegangen. «Das zeigt, dass wir uns einerseits über die Zutaten und andererseits auch über die Motive und Originalität von anderen Anbietern abheben können», sagt Maier.

Grüntee und Erdbeere

«Ziel ist es nicht, möglichst günstig zu sein», sagt Maier. «Wir schminken und dekorieren die Hasen lieber aufwendig – dann sehen die Leute, wie viel Arbeit dahinter steckt.» Das ist ein Rezept, das viele der Fricktaler Konditoren verfolgen.

«Gerade mit den Grossverteilern und Discountern können wir preislich ohnehin nicht mithalten», sagt Ruedi Berner, Inhaber der Confiserie Berner in Rheinfelden. Wohl aber bei der Kreativität: Berner etwa mischt in weisse Schokolade Grüntee-Pulver und verleiht dem «Matcha»-Hasen damit eine grünliche Farbe und einen exotischen Geschmack.

Auch andere setzen auf überraschende Geschmacksrichtungen: Beim «Aukofer» in Möhlin gibt es dieses Jahr Hasen mit Erdbeergeschmack. Nächstes Jahr soll Passionsfrucht dazu kommen. Im Sortiment ist ausserdem ein Hase im Trikot des TV Möhlin. «Mit solch speziellen Hasen kann man sich abheben», erklärt Marc Aukofer.

Das scheint belohnt zu werden. Manuela Weber von der Bäckerei Weber im Mettauertal erzählt etwa, dass eine Kundin eigens aus dem Baselbiet angereist sei, um einen Hasen auf einem Traktor zu kaufen. «Es ist schön, dass die Kunden den Aufwand schätzen», sagt sie.

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