Die nach wie vor in der ganzen Gemeinde auf völliges Unverständnis stossende Schliessung des «Schwanen» in Oeschgen (die az Aargauer Zeitung berichtete) trifft nicht allein Vereine, Familien und Organisationen, sondern auf ganz besondere Weise auch die ältere Generation.

Nach über drei Jahrzehnten mussten sich die Seniorinnen und Senioren nämlich nach einem neuen Treffpunkt umsehen, denn am Donnerstag hiess es: «Wir treffen uns heute hier ein allerletztes Mal zum gemütlichen und in erster Linie der Kontaktpflege dienenden Mittagstisch der Pro Senectute.»

«Es tut schon sehr weh»

Verständlich daher, dass in der 15-köpfigen Gruppe nicht unbedingt die sonst übliche fröhliche Stimmung und Gelassenheit über wiegte, vielmehr kann das Fazit der Umfrage so zusammen gefasst werden: «Es tut schon sehr weh, waren wir doch hier wirklich zu Hause. Zudem wird uns älteren Dorfbewohnern wieder etwas mehr fehlen » Georgette Zundel-Winter, die während nunmehr 62 Jahren neben dem «Schwanen» wohnt, betonte, sie hätte so etwas nie für möglich gehalten: «Wir werden einfach raus geworfen.»

Immerhin vermochte Wirt Turi Eiholzer den nicht von ihm gewollten «Rausschmiss» etwas zu versüssen, indem er erklärte: «Wenn nach der Schwanensuppe und dem Pouletbrüstli mitsamt Beilagen alle Teller fein säuberlich leer gegessen sind, dann gibt es ein Dessert.» Was Eva Schütz, Leiterin der Beratungsstelle Pro Senectute Bezirk Laufenburg, als «sehr sympathische Geste» bezeichnete, aber auch festhielt: «Es ist wirklich äusserst bedauerlich, dass nun dieser beliebte Treffpunkt in Oeschgen fehlt. Die Seniorinnen und Senioren werden nun aus dem Dorf hinaus müssen und leider nicht mehr zu Fuss den Mittagstisch erreichen können.»

Wie Henriette Hürzeler, seit drei Jahren Ortsvertreterin Oeschgen Pro Senectute, erklärte, habe man bereits Umschau nach einem neuen Lokal gefunden: «Wir haben im Rössli in Eiken angeklopft und man hat uns dort auch zugesagt.»

Austrinket der letzte Akt

Nicht um eine Zusage, aber um das «Zuschlagen» wird es übrigens am Sonntag, 10. Juni in der «Schwanen-Schüüre» gehen, denn an diesem Tag ist ab 8 Uhr in Form eines grossen Flohmarkts eine spezielle Restaurant-Räumung angesagt. Dazu Turi Eiholzer: «Wir werden ein buntes Sortiment zusammen stellen und wer früh kommt, der hat natürlich auch die beste Chance, ein Schnäppchen zu ergattern.»

Abschluss und Höhepunkt des «Schwanen-Dramas in mehreren Akten» bildet dann der grosse «Austrinket mit Intermezzis» am Samstag, 16. Juni ab 18 Uhr.