Eine Liebeserklärung von 1829. Karl Emanuel Fahrländer schreibt an seinen Vater, dass ihn Maria Anna, genannt Nanette, Brentano «durch ihr Wesen und Benehmen mit einem Worte, ihre Person, soweit ich sie kenne, sehr angesprochen hat». Dennoch werde er warten, «einen entscheidenden Schritt zu thun, bis ich mein gesichertes Auskommen habe», weil es ihm «unerträglich wäre», von dem Eingebrachten meiner Frau leben zu müssen.

Fahrländer und Brentano sind Namen, die mit der Laufenburger Geschichte eng verbunden sind. Sebastian Fahrländer, Karl Emanuels Vater, war auch einer der Väter des Kantons Fricktal, bestimmte 1801 Laufenburg als Kantonshauptstadt und war Statthalter des Kantons Fricktal. Joseph Maria Brentano, Vater der verehrten Nanette, war Gross- und Regierungsrat im Kanton Aargau und Bezirksammann in Laufenburg. Karl Emanuel wurde später Nationalrat, sein Sohn Karl Franz Sebastian National- und Regierungsrat.

Schenkung der Familie

Und nun kommt auch der Biedermeier-Salon der Familie Fahrländer-Brentano – die Ehe zwischen Karl Emanuel und Nanette wurde 1833 doch noch geschlossen –  nach Laufenburg. Nachfahren des Ehepaars überliessen Couch, Tisch, Stühle und Sekretär sowie einige Bilder dem Museum Schiff als Schenkung. Sehr zur Freude von Hannes Burger, Präsident des Museumsvereins. Es sei «nicht anzunehmen», dass die Möbel schon einmal in Laufenburg einen Salon geziert haben, da die Familie in Zofingen und Mühlethal wohnte, so Burger. Dennoch freue er sich sehr über die Schenkung.

Ab dem kommenden Sonntag, dem internationalen Museumstag, wird der Salon zusammen mit einigen Bildern, die das Museum Schiff als Leihgabe erhalten hat, ausgestellt. «Historiker Linus Hüsser wird um 14 Uhr zur Eröffnung der Zwischen-Ausstellung über die Familien Fahrländer und Brentano referieren», so Burger. Bis Ende Juli wird der Biedermeier-Salon ausgestellt, dann wird er noch einmal eingelagert, da ab Ende August die Sonderausstellung «Leonforte/Laufenburg – Geteilte Erinnerung» gezeigt wird. «Es ist aber geplant, dass der Salon später wieder ins Museum zurückkehrt», so Burger. Die Verantwortlichen machen sich derzeit Gedanken, wo der Salon am besten Platz finde.

Keramik-Kunst aus Nachlass

Ebenfalls angedacht ist für das Museum Schiff eine «Keramikabteilung». Denn auch aus dem Nachlass von Greti Grimmer-Bohrer hat der Museumsverein eine Schenkung erhalten. Max Grimmer-Bohrer war Direktor der Kera-Werke Laufenburg. Und so finden sich im Nachlass zahlreiche Keramikgegenstände –  darunter viele Vasen und Skulpturen des Keramik-Künstlers Hans Lifka. Lifka experimentierte in Laufenburg in einem Atelier der Kera-Werke mit Glasuren. «Gerade die golden-glitzernden Glasuren einiger Vasen dürften weltweit einmalig sein», freut sich Hannes Burger auch über diese Schenkung, die zudem auch diverse Gemälde mit Ansichten von Laufenburg umfasst. Auch die Keramik-Kunst wird im Rahmen der Zwischen-Ausstellung zusehen sein.