Wittnau

Der Rückkehrer: Seit zwei Jahren ist Werner Müller wieder da und jetzt tritt er an

Als OK-Präsident war Werner Müller massgeblich am Erfolg des Nordwestschweizerischen Schwingfestes beteiligt.

Als OK-Präsident war Werner Müller massgeblich am Erfolg des Nordwestschweizerischen Schwingfestes beteiligt.

Er steigt gerne in den Ring: Werner Müller (CVP), 60. Als OK-Präsident trug er im letzten Sommer massgeblich zum Grosserfolg des Nordwestschweizerischen Schwingfest in seinem Dorf, Wittnau, bei.

Und auch in der Politik steht er seit Jahren für die CVP im Ring. 20 Jahre war Müller Gemeinderat in Wittnau, die letzten acht Jahre davon amtete er als Gemeindeammann.

Ende 2017 trat er als Gemeindeammann zurück. 20 Jahre seien eine lange Zeit, sagte er auf einem winterlichen Abschiedsspaziergang mit der AZ durch das Dorf. «Ich spürte in letzter Zeit, dass die Motivation nun langsam etwas nachlässt.»

Seine politische Pause jedoch währte nur gerade acht Tage: Am 9. Januar 2018 wurde Müller im Grossen Rat vereidigt; er rutschte für Martin Steinacher aus Gansingen nach, der auf Ende 2017 demissioniert hatte.

Für den CVP-Politiker war es eine Rückkehr ins Kantonsparlament, denn bereits von 2014 bis 2016 sass er im Grossen Rat. Bei den Gesamterneuerungswahlen im Herbst 2016 verpasste er jedoch eine Wiederwahl. Nicht etwa, weil er wenig Stimmen gemacht hätte, im Gegenteil: Müller fuhr mit 2105 Stimmen das fünftbeste Resultat im Bezirk Laufenburg ein. Er musste sein Pult in Aarau räumen, weil die CVP ihren zweiten Sitz, eher etwas überraschend, an die SP verloren hatte. Die Abwahl, das gab er unumwunden zu, machte ihm recht zu schaffen.

Er überlegte sich denn auch gut, ob er es nochmals wissen will. Zuerst habe er gedacht, «nein, das machst du nicht», erzählte er auf dem Spaziergang. Dass er sich dann doch für das Amt entschied, lag vor allem an der Freude am Mitgestalten.

Diese Freude ist ungebrochen und Müller, der sich über die Parteigrenzen hinaus einen Namen als Konsenspolitiker gemacht hat, kandidiert im Herbst denn auch wieder. Der Entscheid sei ihm diesmal leicht gefallen, sagt Müller. Er sei gesamthaft erst sechs Jahre dabei und die Motivation sei nach wie vor gross. «Zudem stehen in nächster Zeit einige interessante Themen an.» Diese will er mitgestalten.

Finanzsituation ermöglicht mehr Handlungsspielraum

Mehr Raum zum Gestalten erhofft sich Müller durch die Tatsache, dass die finanzielle Situation beim Kanton «sich in letzter Zeit stark verbessert hat». Daher bestehe wieder grösserer Handlungsspielraum, Projekte umzusetzen. Wobei: «Die Forderungen, die von allen Seiten schnell aufkommen, müssen immer wieder bezüglich Sinn und Nutzen hinterfragt werden», mahnt er.

Über diese Legislatur zieht Müller bislang eine positive Bilanz. Selber hat er intensiv bei der Gestaltung des Energiegesetzes mitgewirkt. «Ziel war für mich eine vernünftige, mehrheitsfähige Lösung zu finden.» In der ersten Lesung hat der Grosse Rat dem regierungsrätlichen Vorschlag, «der grösstenteils in meinem Sinne ist», zugestimmt. Die zweite Lesung steht voraussichtlich im März an.

Ein grosser Erfolg für das Fricktal sei die Überweisung der Motion zur Verdichtung des Bahnaufgebots auf dem S1-Ast zwischen Laufenburg und Stein gewesen. Die Motion sei dank dem grossen Einsatz der Fricktaler Grossräte und gegen die Empfehlung des Regierungsrates überwiesen worden.

Starkgemacht hat sich Müller, wie seine Fricktaler Grossratskollegen, auch für den Erhalt des Spitals Laufenburg. Neben Gesprächen mit dem Gesundheitszentrum Fricktal und dem Gesundheitsdepartement wurden auch zwei Interpellationen im Grossen Rat eingereicht. «Schlussendlich waren die Interventionen erfolgreich, die Betriebsbewilligung für das Gesundheitszentrum Fricktal mit den Standorten Laufenburg und Rheinfelden wurde verlängert», freut sich Müller.

Der Erfolg zeigt auch, dass der Zusammenhalt der Fricktaler Grossräte, wenn es um regionale Themen geht, über die Parteigrenzen hinaus funktioniert. «Die anderen Regionen beneiden uns oft diesbezüglich», weiss Müller.

Das Fricktal bezeichnet der CVP-Politiker als eine stark wachsende Wirtschafts- und Wohnregion. «Leider wird das in Aarau nach wie vor zu wenig wahrgenommen», hat er festgestellt und nennt als Beispiel das Mehrjahresprogramm öffentlicher Verkehr 2020.

«Dort sind im Fricktal in den nächsten Jahren praktisch keine Verbesserungen und Ausbauten vorgesehen», sagt er. Auch bei anderen Verkehrsträgern – beim Individual- und beim Veloverkehr – werde das Fricktal stiefmütterlich behandelt. «Da besteht dringender Handlungs­bedarf.»

Autor

Thomas Wehrli

Thomas Wehrli

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