Sensationsfund
Der römische Münz-Schatz ist nicht der erste grosse Fund im Aargau

Bauer Alfred Loosli aus Ueken ist nicht der erste, der im Aargau unverhofft einen Schatz gefunden hat. In einem Bach und auf einer Wiese wurden auch schon Silbermünzen und Goldbarren gefunden. Behalten durften sie die Finder aber nicht.

Stefanie Suter
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Ein Landwirt entdeckte in Ueken AG im Boden zufällig ein paar Münzen. Der Fund führte die Archäologen zu über 4000 römischen Münzen. Erst rund 250 der insgesamt 4166 Münzen sind restauriert. Sie sind in einem bemerkenswert guten Erhaltungszustand.
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Restaurierung einer Münze unter dem Binokular.
Teile des Münzschatzes von Ueken bei der Entdeckung. Mindestens ein Teil der Münzen wurde offenbar in Säcken aus Stoff oder Leder in der Erde vergraben.
Ein kleiner Teil des Münzschatzes von Ueken in unrestauriertem Zustand.
Münzschatz im Ueken AG entdeckt

Ein Landwirt entdeckte in Ueken AG im Boden zufällig ein paar Münzen. Der Fund führte die Archäologen zu über 4000 römischen Münzen. Erst rund 250 der insgesamt 4166 Münzen sind restauriert. Sie sind in einem bemerkenswert guten Erhaltungszustand.

Handout Kantonsarchäologie Aargau

Sein Fund hat in der Schweiz riesige Beachtung gefunden – und den 82-jährigen Alfred Loosli in die Schlagzeilen katapultiert. 4166 römische Münzen mit einem Gesamtgewicht von 15 Kilogram waren zwischen Alfred Looslis Kirschbäumen vergraben.

Im September hatten Archäologen den Schatz geborgen, wie am Donnerstag publik wurde. Gemeldet hatte den Fund Bauer Loosli und wie in solchen Fällen üblich, musste er alle Münzen abgegeben, auf die er gestossen war.

Archäologische Ausgrabungen gehören nämlich dem Kanton. Doch ohne Erinnerung bleibt Loosli nicht. Wie er gegenüber TeleM1 sagte, habe er unter einem anderen Baum noch ein paar weitere Münzen entdeckt- diese aber behalten.

Doch die römischen Münzen sind nicht die einzigen wertvollen Funde, die im Aargau in den letzten Jahren entdeckt wurden.

Knapp ein Jahr ist es her, als Janine Salhab und ihre Tochter Ellinor einen Silberschatz gefunden haben. Sie waren am Mühlebach in Hunzenschwil, als sie die 200 Silbermünzen im Wasser glitzern sahen. Die Kantonspolizei Aargau geht davon aus, dass die deutschen Gedenkmünzen im Zusammenhang mit einer Straftat stehen, wie Mediensprecher Bernhard Graser mitteilt.

Der Fund konnte aber bis jetzt keinem konkreten Delikt zugeordnet werden. «Auch brachten unsere Ermittlungen keine Erkenntnisse darüber, wem die Münzen gehören», sagt Graser. Zwar hätten sich nach dem Zeugenaufruf einige wenige Personen gemeldet. «Diese konnten aber als Eigentümer eindeutig ausgeschlossen werden.»

Der Klingnauer Goldfund:

Klingnauer Goldfund
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Hinter dem Strauch links vom Kandelaber lagen die Goldbarren in einem Plastiksack, als die beiden Gemeindemitarbeiter sie fanden.
Der Fundort liegt am Friedhofweg, doch der Friedhof befindet sich 300 Meter weit entfernt.
Der Fundort befindet sich am Friedhofweg. Dieser führt bei der Unterführung vorne links zum damaligen Standort der Poststelle (die später aufgehoben wurde), rechts zum Friedhof.
In dieser Kuhle lag der Plastiksack mit den in Seidenpapier verpackten Goldbarren.
Rot markiert (Bildmitte) der Lichtmast beim Fundort. Der Fundort liegt neben der Umfahrungsstrasse, die am Klingnauer Städtchen vorbeiführt. Der Grenzübergang Koblenz-Waldshut ist nur 4,5 Kilometer entfernt.

Klingnauer Goldfund

Kapo AG

Wohin mit dem Silberschatz?

Was passiert jetzt mit dem Silberschatz? «Gemäss Zivilgesetzbuch bleiben die Münzen für fünf Jahre bei der Staatsanwaltschaft in Verwahrung», sagt Graser. «Kann der Eigentümer bis dahin nicht ermittelt werden, gehören die Münzen der Finderin.»

Salhab kann ihren Fund bei der Deutschen Bundesbank in Frankfurt am Main eintauschen. Für die 200 Münzen, die einen nominalen Wert von 10 Euro haben, würde sie 2000 Euro erhalten. Einschmelzen empfiehlt Numismatiker Patrick Huber von «Münzen Huber» nicht. «Der Silberpreis ist momentan so tief, dass die Finderin nur etwas mehr als tausend Franken dafür erhalten würde.»

Einen ähnlichen Fall gab es 2012 in Klingnau. Dort fanden zwei Gemeindearbeiter 2,6 Kilogramm Gold, als sie eine Wiese mähten. Der Wert der Goldbarren liegt im Moment bei knapp 100 000 Franken. In zwei Jahren gehören die Barren deshalb den Findern – sofern auch hier der Besitzer nicht doch noch auftaucht. (ssu)