Sensationsfund

Der römische Münz-Schatz ist nicht der erste grosse Fund im Aargau

Bauer Alfred Loosli aus Ueken ist nicht der erste, der im Aargau unverhofft einen Schatz gefunden hat. In einem Bach und auf einer Wiese wurden auch schon Silbermünzen und Goldbarren gefunden. Behalten durften sie die Finder aber nicht.

Sein Fund hat in der Schweiz riesige Beachtung gefunden – und den 82-jährigen Alfred Loosli in die Schlagzeilen katapultiert. 4166 römische Münzen mit einem Gesamtgewicht von 15 Kilogram waren zwischen Alfred Looslis Kirschbäumen vergraben.

«Weil sie grün war, habe ich sie gesehen»: So stolperte Bauer Loosli über die erste römische Münze in seiner Kirschbaumplantage

«Weil sie grün war, habe ich sie gesehen»: So stolperte Bauer Loosli über die erste römische Münze in seiner Kirschbaumplantage

Im September hatten Archäologen den Schatz geborgen, wie am Donnerstag publik wurde. Gemeldet hatte den Fund Bauer Loosli und wie in solchen Fällen üblich, musste er alle Münzen abgegeben, auf die er gestossen war.

Archäologische Ausgrabungen gehören nämlich dem Kanton. Doch ohne Erinnerung bleibt Loosli nicht. Wie er gegenüber TeleM1 sagte, habe er unter einem anderen Baum noch ein paar weitere Münzen entdeckt- diese aber behalten.

Tausende antike Münzen: Einer der grössten römischen Schätze der Schweiz im Kanton Aargau gefunden

Tausende antike Münzen: Das Video der Aargauer Kantonsarchäologie dokumentiert die Ausgrabungen und die wissenschaftlichen Arbeiten rund um den grossen Münz-Schatzfund.

Doch die römischen Münzen sind nicht die einzigen wertvollen Funde, die im Aargau in den letzten Jahren entdeckt wurden.

Knapp ein Jahr ist es her, als Janine Salhab und ihre Tochter Ellinor einen Silberschatz gefunden haben. Sie waren am Mühlebach in Hunzenschwil, als sie die 200 Silbermünzen im Wasser glitzern sahen. Die Kantonspolizei Aargau geht davon aus, dass die deutschen Gedenkmünzen im Zusammenhang mit einer Straftat stehen, wie Mediensprecher Bernhard Graser mitteilt.

Der Fund konnte aber bis jetzt keinem konkreten Delikt zugeordnet werden. «Auch brachten unsere Ermittlungen keine Erkenntnisse darüber, wem die Münzen gehören», sagt Graser. Zwar hätten sich nach dem Zeugenaufruf einige wenige Personen gemeldet. «Diese konnten aber als Eigentümer eindeutig ausgeschlossen werden.»

Der Klingnauer Goldfund:

Wohin mit dem Silberschatz?

Was passiert jetzt mit dem Silberschatz? «Gemäss Zivilgesetzbuch bleiben die Münzen für fünf Jahre bei der Staatsanwaltschaft in Verwahrung», sagt Graser. «Kann der Eigentümer bis dahin nicht ermittelt werden, gehören die Münzen der Finderin.»

Salhab kann ihren Fund bei der Deutschen Bundesbank in Frankfurt am Main eintauschen. Für die 200 Münzen, die einen nominalen Wert von 10 Euro haben, würde sie 2000 Euro erhalten. Einschmelzen empfiehlt Numismatiker Patrick Huber von «Münzen Huber» nicht. «Der Silberpreis ist momentan so tief, dass die Finderin nur etwas mehr als tausend Franken dafür erhalten würde.»

Sensationeller Münzenfund bei der Kirschernte

Sensationeller Münzenfund - «Tele M1»-Bericht vom 19.11.

Bauer Alfred Loosli aus Ueken im aargauischen Fricktal entdeckte beim Kirschenernten eine römische Münze. Diese weckte seine Neugierde und als er zu graben anfing, stiess er auf einen Schatz.

Einen ähnlichen Fall gab es 2012 in Klingnau. Dort fanden zwei Gemeindearbeiter 2,6 Kilogramm Gold, als sie eine Wiese mähten. Der Wert der Goldbarren liegt im Moment bei knapp 100 000 Franken. In zwei Jahren gehören die Barren deshalb den Findern – sofern auch hier der Besitzer nicht doch noch auftaucht. (ssu)

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