Kaiseraugst

Der Robotervogel hat zwei Drittel der Krähen aus der Liebrüti vertrieben

Marcel Maurer – hier bei der Präsentation des Robotervogels – und sein Team liessen den Robird in 3 Wochen 83 Mal fliegen.

Marcel Maurer – hier bei der Präsentation des Robotervogels – und sein Team liessen den Robird in 3 Wochen 83 Mal fliegen.

Der Robotervogel Robird war in den letzten Wochen 83 Mal in der Luft und hat dabei so einige Krähen aus der Liebrüti in Kaiseraugst vertrieben. Ob sie wirklich nicht zurückkommen, wird sich aber erst noch zeigen.

«Endlich hört man die Vögel zwitschern», schreibt ein User in der Facebook-Gruppe «Kaiseraugst lebt». Seit dem Einsatz des Robirds, eines Roboterfalken, sei es in der krähengeplagten Liebrüti merklich ruhiger geworden.

«Viele Leute kamen auch auf uns zu und haben sich bedankt», sagt Marcel Maurer, CEO der Firma Eagle Eye Multicopter Services GmbH. Sie ist in der Schweiz der Partner der niederländischen Clear Flight Solutions, die den künstlichen Falken entwickelt haben. Dieser wird unter anderem an Flughäfen weltweit gegen Vogelschlag eingesetzt.

Kaiseraugst kämpft mit Falken-Drohne gegen Krähen

6. August: Marcel Maurer, CEO der Zürcher Firma Eagle Eye Multicopter Services GmbH, führt den Robotervogel «Robird» vor.

Bei der Präsentation vor drei Wochen sprach Maurer von einem Versuch. Es gebe keine Erfahrungswerte bei Krähen, die in einer Siedlung leben. Nun sind die drei Flugwochen des Robirds abgeschlossen – und Maurer zieht ein positives Fazit.

Verteilt über die drei Wochen war der Fake-Falke 83 Mal für drei bis sieben Minuten in der Luft. Dies ist weniger als ursprünglich geplant, aber die Wettersituation – Regen und Winde – liess nicht mehr Flüge zu. Dennoch habe man rund zwei Drittel der Krähen vorerst vertreiben können.

Sogar die Rotmilane blieben auf Abstand

Maurer spricht von 80 Krähen, die derzeit noch in der Liebrüti sind. «Zu Beginn des Einsatzes haben wir fünf Gruppen von Vögeln identifiziert», so Maurer. Nach den drei Wochen seien nur noch zwei Vogel-Gruppen regelmässig in der Liebrüti gewesen. Eine Gruppe von Krähen etwa sei wohl früher jeweils von Deutschland her in die Liebrüti geflogen. «Sie sind nach den ersten Einsätzen des Robirds nicht mehr gekommen.»

Die Krähen hätten jeweils schon die Flugvorbereitungen beobachtet und dann bei den Flügen des Robotervogels das Weite gesucht. Sogar die Rotmilane hätten den künstlichen Vogel mit der Zeit lieber aus sicherer Entfernung beäugt. Teilweise habe man mit dem Robird auch Krähen direkt attackiert. «Jene Vögel kommen sicher nicht zurück», so Maurer. Wie sich die allgemeine Situation längerfristig entwickle und ob die Verbrämungsaktion nachhaltig wirke, müsse man beobachten. «In rund drei Wochen werden wir die Situation mit der Gemeinde erneut analysieren.

Sollte die Kräheproblematik im nächsten Jahr noch immer bestehen, wäre es laut Marcel Maurer eine Idee, früher mit den Verbrämungsflügen zu beginnen. Dies bräuchte allerdings eine Sondergenehmigung des Kantons, da für Krähen eine Schonzeit von Mitte Februar bis Ende Juli gilt. «Die Aktion könnte jedoch nachhaltiger sein, wenn sich die Jungvögel noch nicht alle Verhaltensmuster eingeprägt haben», so Maurer.

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