Rheinfelden
Der «Rhystärn»: Immer wieder sonntags – kommt kein Schiff

Der «Rhystärn» fährt am Sonntag nicht mehr nach Rheinfelden. Das sorgt bei Gewerbetreibenden für Unmut. Die Basler Personenschifffahrt AG will Ende Saison Bilanz ziehen.

Thomas Wehrli
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Der «Rhystärn».

Der «Rhystärn».

Über den Regen von gestern und, stimmen die Vorhersagen, vom Wochenende freuen sich nicht wenige. Die Landwirte etwa, denn die Vegetation benötigt nassen «Dünger». Und auch Peter Stalder, Geschäftsführer der Basler Personenschifffahrt AG (BPG), dürften die Tropfen gefallen. Denn der Rheinpegel ist in diesem Frühling so tief wie sonst meist nur im Hochsommer – und das hat Konsequenzen für die Schifffahrt: Auf ihrer grossen Schleusenfahrt von Basel nach Rheinfelden kann der «Rhystärn» ausgerechnet in Rheinfelden nicht anlegen. Der Rheinpegel ist dafür aktuell rund 30 bis 40 Zentimeter zu tief (die AZ berichtete).

Ausbaggerung im Juli

Dem Umstand, dass das Schiff bei Niedrigwasser nicht anlegen kann, will die Stadt zwar Abhilfe schaffen und dazu den Rheingrund bei der Anlegestelle um rund 80 Zentimeter ausbaggern, was aktuell reichen würde, damit der «Rhystärn» die Haltestelle anlaufen könnte. Nur: Die Arbeiten konnten nicht, wie vorgesehen, im April durchgeführt werden, da der Kanton sein Veto einlegte. Er erteilte der Stadt zwar die fischereirechtliche Bewilligung für die Abtragung des Rheingrunds, knüpfte die Arbeiten allerdings an die Bedingung, dass diese nur zwischen Juli und November ausgeführt werden dürfen. Grund ist die Schonzeit der kieslaichenden Fischarten.

Peter Stalder, Geschäftsführer Basler Personenschifffahrt AG «Wir können momentan ja nicht mal Halt in Rheinfelden machen, daher ist es der falsche Zeitpunkt für solche Fragen.»

Peter Stalder, Geschäftsführer Basler Personenschifffahrt AG «Wir können momentan ja nicht mal Halt in Rheinfelden machen, daher ist es der falsche Zeitpunkt für solche Fragen.»

zvg

Die Stadt suchte einen Kompromiss mit dem Kanton; dieser kam nicht zustande respektive hätte die Stadt 70 000 Franken gekostet. Das will sie nicht ausgeben und deshalb wird der Rhein nun erst im Juli ausgebaggert. Die Mehrkosten dafür, dass die Arbeiten nun nicht wie vorgesehen zeitgleich mit der seit langem geplanten und aktuell laufenden Erneuerung der Anlegestelle gemacht werden können, belaufen sich auf rund 25 000 Franken.

Dass die neue Schiffsaison damit startet, wie die alte geendet hat – wegen Niedrigwasser kann in Rheinfelden seit Anfang August kein Personenschiff mehr anlegen –, macht den Gewerbetreibenden in Rheinfelden Sorgen. Insbesondere Souvenirhändler wie Claudio Meier, der in der Marktgasse einen Geschenkshop betreibt, bekommen das Ausbleiben der Schiffe stark zu spüren.

Unmut wegen Fahrplanreduktion

Für Unmut sorgt im Städtchen aber auch, dass die BPG auf diese Saison hin den Fahrplan halbiert hat. Legte das Schiff bislang täglich ausser montags einmal pro Tag an, kommt es nun – so es denn kommt – nur noch dienstags, donnerstags und samstags. Die BPG machte für die Anpassung betriebliche Gründe geltend. Das sei für die Altstadt gar nicht gut, findet Confiseur Richard Graf, und Meier sagt: «Für uns Gewerbetreibende ist das ein herber Schlag.»

Was beide stört, ist, dass das Schiff ausgerechnet am Sonntag nicht mehr nach Rheinfelden kommt. «Gerade der Sonntag war für mich ein extrem wichtiger Verkaufstag», so Meier. Er wie auch Graf hoffen, dass hier noch nicht das letzte Wort gesprochen ist und dass man über die Tage, an denen das Schiff kommt, reden kann.

Für Stalder ist dies derzeit kein Thema. «Wir können momentan ja nicht mal Halt in Rheinfelden machen, daher ist es der falsche Zeitpunkt für solche Fragen», sagt BPG-Geschäftsführer Peter Stalder auf Anfrage. Der Austausch mit der Stadt Rheinfelden sei «sehr gut». Sein Angebot: «Lassen Sie uns Ende Saison Bilanz ziehen, wenn die Fakten auf dem Tisch liegen.»