Laufenburg/Rheinfelden
Der Rhein führt viel zu wenig Wasser – Güterschiffe laden weniger Fracht

Der Rheinpegel ist nach dem milden Winter und wenig Regen auf tiefem Niveau stabil. Der Durchfluss beträgt zurzeit 600 Kubikmeter pro Sekunde. Normal wären 880 bis 1000. Güterschiffe haben reagiert, um Grundkontakt zu vermeiden.

Markus Vonberg, «Südkurier»
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Uferbereich in Wallbach mit dem Pegel
7 Bilder
Der Uferbereich liegt trocken: Der Rheinpegel (hier in Mumpf) ist gesunken.
Blick über den Rhein nach Murg
Der Wasserstand ist hier auf der Höhe Kaisten gesunken
Rheinuferweg unterhalb des Kraftwerks Laufenburg
Der Pegel bei Wallbach
Niedrigwasser im Rhein

Uferbereich in Wallbach mit dem Pegel

Walter Christen

Der Rhein führt momentan viel zu wenig Wasser. Normalerweise lassen Niederschläge und Tauwetter in den Alpen den Pegel des Flusses im Frühjahr ansteigen. Nach einem milden Winter und kaum Regen in den vergangenen Wochen stagniert die Wasserstandskurve jedoch bereits seit Jahresbeginn – und sie fällt im Moment sogar weiter ab.

«Wir haben einen Durchfluss von etwa 600 Kubikmetern pro Sekunde. Eigentlich müssten es 880 bis 1000 sein», sagt Energiedienst-Sprecher Alexander Lennemann. Es waren vor ein paar Tagen aber auch schon 550 Kubik, und am gestrigen Nachmittag pendelte sich die Durchflussmenge bei 600 Kubikmetern ein.

Allerdings bezeichnen Fachleute die Lage als noch nicht besorgniserregend. Der Wasserstand ist für die Jahreszeit zwar relativ gering, aber durchaus nicht extrem oder sehr selten. Allerdings treten im Jahresablauf die niedrigsten Wasserstände erst später im Jahr auf.

Noch keine negativen Folgen

Negative Auswirkungen auf die Natur sind erst bei einem lang anhaltenden und sehr extremen Niedrigwasser zu erwarten. Auswirkungen hat der tiefe Wasserstand aber jetzt schon für die Kraftwerkbetreiber wie Energiedienst und Schluchseewerke: «Wir können im Augenblick nicht die volle Strommenge produzieren», war von Alexander Lennemann weiter zu erfahren.

Weil der Rhein mit weniger Kraft strömt, konnten die Turbinen in den Wasserkraftwerken Laufenburg, Rheinfelden und Wyhlen im ersten Quartal dieses Jahres weniger Energie produzieren als erwartet.

Eingeschränkt müssen derzeit auch die meisten Pumpspeicher des Schluchseewerks arbeiten. Wo der Rhein als Unterbecken dient, wie bei Bad Säckingen und Waldshut, kann weniger Wasser in die Oberbecken gepumpt werden.

Das ist auch der Grund für den niedrigen Pegelstand des Schluchsees. Dort liegt der Wasserspiegel derzeit bei 918 Meter über dem Meer. Schluchseewerk-Sprecher Peter Steinbeck: «Seglern, Schwimmern und Anglern zuliebe haben wir mit der Gemeinde Schluchsee freiwillig vereinbart, dass es von Pfingsten bis Oktober immer mindestens 924 Meter sind.»

Wie geht die Rheinschifffahrt mit dem Niedrigwasser um? Wie bei den Schweizerischen Rheinhäfen zu erfahren war, lädt ein Güterschiff beispielsweise nur 1500 statt 2500 Tonnen Fracht, um die Gefahr von Grundkontakt zu vermeiden.

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