Nun ist die Katze aus dem Sack – oder besser: Jetzt ist der Rebstock gepflanzt. Die Erneuerung des Gastrobereichs im gleichnamigen Restaurant, der Werterhalt der Liegenschaft sowie die Sanierung von 2 der 14 Gästezimmer (die restlichen sollen später in Etappen erneuert werden) kosten die Gemeinde Frick 1,27 Millionen Franken. Der Gemeinderat will an der Gemeindeversammlung im Juni den entsprechenden Kredit holen.


Dass Investitionen nötig sind, war bereits klar, als die Gemeinde im letzten Oktober den «Rebstock» kaufte – damals zur Überraschung vieler Fricker. Der Verkauf sei «in eine ungute Richtung» gegangen, begründete Vizeammann Christian Fricker die Kaufintervention der Gemeinde damals.


Mit dem Kauf wollte die Gemeinde Dreierlei erreichen: Erstens den grossen Parkplatz beim «Rebstock» sichern; dieser wird inzwischen bewirtschaftet und dürfte rund 15 000 Franken pro Jahr in die Gemeindekasse spülen. Zweitens die beiden Wohnungen und die 14 Gästezimmer erhalten; hier rechnet die Gemeinde mit einem jährlichen Mietertrag von 100 000 Franken. Drittens den «Rebstock» neu beleben; das Restaurant ist seit Ende 2014 geschlossen.


Gut die Hälfte der Investitionen fliesst in den Gastrobereich. «Alle Küchenmaschinen und grosse Teile des Mobiliars wurden von der Vorbesitzerin verkauft», erklärt Gemeindeammann Daniel Suter. Für die neue Küche samt Kühlanlagen und Buffet rechnet die Gemeinde mit Kosten von 613 000 Franken, für das Mobiliar sind 50 000 Franken veranschlagt und der Werterhalt des Gastrobereichs kommt auf 180 000 Franken zu stehen.


Im Gegenzug rechnet die Gemeinde beim Restaurant mit Pachtzinseinnahmen von 60 000 Franken pro Jahr. «Uns geht es nicht darum, einen möglichst hohen Ertrag zu erwirtschaften, sondern einen Pächter zu finden, der den ‹Rebstock› langfristig zum Erfolg führt», erklärt Suter.


Wohin diese gastronomische Reise führen soll, ist für Suter bereits klar: «Der ‹Rebstock› soll ein Dorfrestaurant mit gutbürgerlicher Küche sein.» Suter ist überzeugt, dass das Restaurant eine Chance auf dem nicht einfachen Gastromarkt hat. «Die Lage ist top und das Bedürfnis nach einem zusätzlichen Speiserestaurant in Frick ist ausgewiesen.»


Derzeit läuft, parallel zum Kreditbegehren, die Suche nach einem Pächter. Dafür hat die Gemeinde einen Gastroprofi engagiert. «Wir haben keine Erfahrung in diesem Bereich und haben uns deshalb Hilfe von aussen geholt», erklärt Suter.


Erste Interessenten vorhanden

Interessenten, die den «Rebstock» pachten wollen, sind bereits vorhanden: Noch vor der Ausschreibung gingen bei der Gemeinde sechs Bewerbungen ein. Diese werden im Zuge der Vergabe ebenfalls geprüft. Suter hofft, dass der neue Pächter bis im Herbst gefunden ist. Die Wiedereröffnung des «Rebstock» ist für 2017 geplant – immer vorausgesetzt, der Souverän stimmt der Kreditvorlage im Juni zu.


Die Chancen dazu sind intakt, wie eine Umfrage der az unter den Parteipräsidenten von CVP, FDP und SVP zeigt. Wobei: Die Begeisterung hält sich hörbar in Grenzen. Er sei erschrocken, als er im Herbst vom Restaurant-Kauf erfahren habe, sagt FDP-Präsident Rudolf Heusser. Denn: «Es ist nicht Aufgabe der Gemeinde, ein Restaurant zu führen.» Nun aber, da der «Rebstock» gekauft sei, müsse man investieren. «Nichts machen, ist keine Alternative.» Das sieht CVP-Präsident Alois Leuthard ebenso: «Wenn die Liegenschaft Ertrag abwerfen soll, braucht es Investitionen.»


Auch Adrian Speckert, der neue Präsident der SVP, kann mit den Plänen der Gemeinde leben. Zum einen, weil mit dem Kauf der Liegenschaft die angespannte Parkplatzsituation entschärft wird. Zum anderen, weil die Investitionen mit den budgetierten Einnahmen innert 10 bis 20 Jahren amortisiert sind. Auch die Investitionen in den Gastrobereich machen für Speckert Sinn, sind sie doch Voraussetzung dafür, einen Pächter zu finden.


Überzeugt ist er wie Heusser, dass sich bei einer Pacht von 5000 Franken im Monat ein Wirt findet, der den «Rebstock» erfolgreich führt. Auch Leuthard ist guten Mutes. Frick habe das Potenzial für ein weiteres Restaurant – «an dieser Lage ohnehin».


Den Gastrobereich wird die Gemeinde erst erneuern, «wenn wir einen valablen Pächter haben», betont Suter. Für ihn zielt die Kritik, es sei nicht Aufgabe der Gemeinde, ein Restaurant zu führen, zudem ins Leere. «Wir führen heute kein Restaurant und werden dies auch künftig nicht tun», sagt er. «Wir besitzen lediglich eine Liegenschaft, in der ein Gastrobetrieb funktionieren kann. Nicht mehr.» Man könnte auch sagen: Pasta, pardon: Basta.